Sound It Out (Jeanie Finlay)

In Stockton-on-Tees, im Nordosten Englands, gibt’s ein Paradies für Plattenfans. Denn hier betreibt Tom Butchart sein Geschäft, in dem es fern von MP3-Playern und anderen Tonträgern der Moderne Rock ’n’ Roll und Punk und, und, und,… auf Vinyl gibt – und Lebensberatung kostenlos obendrauf. Die liefern Tom selbst und auch seine Kunden. Das Beste am Laden, klar: Tom und sein Mitarbeiter David. Selbst wenn ein Kunde nichts außer ein paar Takten, von dem, was er kaufen möchte, summen kann, sind die Zwei in der Regel fähig, den Wunsch zu erfüllen. Und: Ob Dire Straits oder Blondie – hier hat jede Musik ihre Berechtigung. Geschichten darum, Interviewsequenzen, Beobachtungen führen in den Laden und seine ganz eigene Welt. Man möchte sofort den Koffer packen und sich auf den Weg dorthin machen.

Die Filmemacherin Jeanie Finlay verlässt das Geschäft voller Plattenstapel gelegentlich. Dabei gelingt es intensiv, die Tristesse der Kleinstadt und die Sinnlosigkeit der meisten Träume hier zu spiegeln. Finlays Geduld, ihr Zuhören- und Hinschauen-Können, zahlt sich aus. Und dass sie die einzelnen Momentaufnahmen spielerisch miteinander verwoben hat. Damit zeigt sie auf mitreißende Weise, was es heißen kann, wenn jemand behauptet, dass Musik für ihn ein Lebensmittel ist.

Peter Claus

Sound It Out, von Jeanie Finlay (England 2010)

Bilder: Neue Visionen

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