Schöner Titel. Tolle Schauspieler: Mario Adorf, Fritzi Haberlandt, Samuel Finzi, Irm Hermann.

Der Titel meint wohl, dass zwei sehr unterschiedliche, ja, gegensätzliche Kreaturen aufeinander treffen. Regisseurin Lola Randl, gleichzeitig Autorin des Drehbuchs, setzt nicht nur beim Titel auf Konstruiertes – das macht sie auch im Erzählen und in der Bildgestaltung. Da prallen ein eitler alter Schauspieler, sehr erfolgreich, und eine frech-frische junge Schreiberin, weniger erfolgreich natürlich, aufeinander und müssen, die Umstände wollen es so, eine Nacht mehr oder weniger gemeinsam verbringen. Es kommt zu einem intellektuellen Zweikampf. Man ahnt, dass Libelle und Nashorn wohl ihre Rollen tauschen müssen. Oder doch nicht? Immerhin sorgt diese Frage eine Zeitlang für Spannung.

Lola Randl konzentriert sich auf die Diskussion der zwei Protagonisten. Da die nicht wirklich trägt, weil eher von Eitelkeiten denn Einsichten geprägt, wird sie um Kriminalistisches erweitert. Was aber albern statt aufregend anmutet. Es fehlt grundsätzlich am Knistern. Zwischen den beiden Akteuren, Adorf und Haberlandt, passiert nichts. Was daran liegt, dass die von ihnen verkörperten Figuren nur schwätzen, aber nichts zu sagen haben. Das ist wohl der Knackpunkt. Es drängt sich der fatale Eindruck auf, dass Lola Randl in diesem Fall nichts zu sagen hat. Muss ja auch nicht sein. Unterhaltung an sich kann sehr amüsant sein. Doch dazu fehlt’s an Eleganz und Esprit und Einfallsreichtum. Schade drum, so oder so.

Peter Claus

Die Libelle und das Nashorn, von Lola Randl (Deutschland 2012)

Bilder: NFP

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