Ein Amerikaner in Deutschland. Seit gut einem Jahrzehnt lebt Matt Sweetwood hier. Und kommt aus dem Staunen nicht heraus. Zum Beispiel darüber, welche hohe Wertschätzung hierzulande das Bier erfährt.

Der Film baut auf Fakten: circa 5000 verschiedene Biermarken werden in Deutschland von etwa 1300 verschiedenen Brauereien hergestellt. Und die Leute trinken alles, sich selbst dabei, auch das wird gezeigt, nicht selten um den Verstand. Historisches und Heutiges wird von Sweetwood zu einem farbenreichen Bilderbogen montiert. Die Geschichte des Bierbrauens samt Reinheitsgebot von 1516 wird klar dazu gezeigt, welche Möglichkeiten des Biergenusses es gibt, Trinksprüche und -spiele inklusive. Die Tour hat ihren Höhepunkt auf dem von Matt Sweetwood „Beerland“ genannten Oktoberfest in München. Ausgerechnet dort will der Regisseur seinen aus den USA nach Deutschland gereisten Eltern zeigen, wie sehr sich Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verändert hat. Nicht nur die Eltern staunen und grübeln – auch das Kinopublikum bekommt einiges zum Nachdenken.

Der Film ist überwiegend versöhnlich. Auch lustig geht’s zu, insbesondere dann, wenn Interviews mit Bierbrauern und Biertrinkern pointiert von kurzen Animationssequenzen illustriert werden. Matt Sweetwood aus dem puritanischen Kansas, Missouri, wo Bier absolut verdammt wird, gelingt dabei ein so amüsantes wie bemerkenswertes Panorama gegenwärtiger Lebensart – und Unart!

Peter Claus

Beerland, von Matt Sweetwood (Deutschland 2013)

Bilder: Movienet Film/24 Bilder Filmagentur

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