Starlet (Sean Baker)

Eine der Entdeckungen des letztjährigen Festivals von Locarno – endlich hierzulande in den Kinos.

Ein so genannter kleiner Film, der große Emotionen auslöst. Die Story ist schön schräg: 22-Jährige landet mitten im Leben einer Greisin – und damit beginnt eine herzzerreißend-wunderbare Freundschaft. Die darf viele Höhen erleben, muss aber auch Tiefen aushalten. Wie schwer das sein kann, wird mit hinreißender Leichtigkeit im Ton und dabei vollkommener Ernsthaftigkeit in der Erzählhaltung illustriert.

Dies ist einer dieser immer selteneren Filme, bei denen die Tränen des Lachens und des Weinens beständig zusammen kullern. Regisseur Sean Baker hat die Inszenierung ganz auf seine zwei Hauptdarstellerinnen abgestellt und erreicht mit ihnen das Optimum an nur denkbarer Wirkung. Dree Hemingway, Model und Urenkelin des Schriftstellers Ernest Hemingway in der Titelrolle, und die erstmals vor der Kamera erschienene 85-jährige Besedka Johnson harmonieren großartig miteinander. Es wirkt, als spielten sie nicht, sondern seien in jeder Szene ganz sie selbst.

Der feine Film gehört zu jenen Juwelen des Kinos, die man um Gottes Willen nicht zu Tode analysieren darf. Einzige Empfehlung: Hingehen, ansehen, genießen – und all die kleinen Denkanstöße, die der Film verteilt, aufnehmen.

Peter Claus

Starlet, von Sean Baker (USA 2012)

Bilder: Rapid Eye Movies

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