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Ein Drama, das auf einer wirklichen Mordserie an Sinti und Roma in der ungarischen Provinz beruht. Vom ersten Moment an strahlt der Film Beunruhigung aus. Wir begegnen einer Familie, die versucht, im Schrecken ruhig zu bleiben. Wir wissen sofort: diese Ruhe ist trügerisch.

Just-the-Wind_320Autor und Regisseur Bence Fliegauf fühlt sich dem Dokumentarfilm verbunden. Trost und Hoffnung gibt er keinen Raum. Knallhart entlarvt er die Fremdenfeindlichkeit in seiner Heimat, die sich vor allem gegen Sinti und Roma richtet. Kühl zeigt er, wie die Familienmitglieder, jeder für sich, in ihrem jeweiligen Alltag jede Demütigung erdulden, um nur ja ein bisschen Geld für das Nötigste abzubekommen oder ein paar Krümel vom Bildungskuchen. Klar wird die latente Sympathie der Polizei mit den Mördern.

Fliegauf gelingt es, die eiskalte Brutalität, die emotionsfreie Menschenfeindlichkeit, zu zeigen, die in einer Gesellschaft gedeiht, die nur wenigen so etwas wie „Reichtum“ geben kann, in der eine Mehrheit darbt. In dieser Mehrheit, die in der Regel auch keine humanistische Bildung bekommen kann, gedeihen Hass und Wut und Mordlust. Das kennen wir auch aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Insofern ist dies keineswegs ein schockierender Report aus einer fernen Welt. Noch fast siebzig Jahre nach der Uraufführung des gleichnamigen Films gilt: „Die Mörder sind unter uns“.

Peter Claus

Just the Wind, von Bence Fliegauf (Ungarn/ Frankreich 2012)

Bilder: Peripher Filmverleih

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