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Catherine Deneuve mal wieder als Schöne, bei der man sich fragt, wie viele Sportstunden und Botoxspritzen da im Einsatz waren. Nein. Die Diva als Mensch. Hinreißend! Deneuve spielt Bettie, eine verblühte Schönheit, so um die 60 Jahre alt, Betreiberin eines kleinen Restaurants in der Provinz. Das läuft nicht gerade gut, wie auch Betties Privatleben mehr Risse als anderes hat. Bettie muss madame_320etwas unternehmen. Das tut sie. Sie steigt in ihren alten Wagen und haut ab, so nach dem Motto, „Ich geh’ mal kurz Zigaretten holen“…

Ein Roadmovie, ganz auf die Ausdrucksmöglichkeiten von Catherine Deneuve abgestellt, ein wirkliches Geschenk an sie. Besenreiser, etwas zu viel Hüftspeck, Falten – ihre Bettie ist eine handfeste Frau, die allem Anschein nach ihre besten Jahre längst hinter sich hat. Doch die kleine Geschichte gibt ihr die Chance, zu einem Neubeginn. Deneuve macht daraus großes Kino. Autorin und Regisseurin Emmanuelle Bercot verlässt sich ganz zu Recht auf ihren Star. Der kein Star-Kino anbietet, sondern kraftvolles Schauspiel. Der Episodenreigen, der nie in dramatische Tiefen geht, lebt ganz vom oft leicht ironischen, nie sentimentalen, manchmal zornigen Auftreten der Deneuve. Kein Meisterwerk, nein. Aber äußerst charmante Unterhaltung.

Peter Claus

Madame empfiehlt sich, von Emmanuelle Bercot (Frankreich 2013)

Bilder: Wild Bunch

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