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Kollegen etwa aus der Schweiz und den nordeuropäischen Ländern hatten zur Berlinale kräftig geschimpft, dass dort lediglich der erste Teil von Lars von Triers bisher jüngster Arbeit zu sehen war. Man muss ihnen zustimmen. Denn für sich allein genommen, wirkte der erste Teil wie eine geradezu zärtliche, nympho2_320in jedem Fall zartfühlende Auseinandersetzung mit dem Wert von Unschuld. Da wirkten selbst die expliziten Sexszenen erstaunlich „rein“. Teil zwei nun verändert die Wirkung extrem. Die geradezu endlose Vorführung sadomasochistischer Sexpraktiken ist von öder Schmierigkeit. Richtig ärgerlich ist, dass dabei ein wichtiges Thema verschenkt wird: die Auseinandersetzung damit, dass eine Mutter ihr Kind nicht lieben kann. Das ist bekanntlich weit verbreitet, wird jedoch in der Gesellschaft meist totgeschwiegen. Statt sich mutig den damit verbundenen Fragen zu stellen, frönt von Trier pseudophilosophisch aufgepeppten Sado-Maso-Spielchen. Die aber gibt’s schon in unzähligen Billigpornos. Schockierend? I wo! Nur langweilig.

Peter Claus

Nymph()maniac 2, von Lars von Trier (Dänemark/ Belgien/ Frankreich/ Deutschland / Großbritannien 2013)

Bilder: Concorde

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