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Hier wird gut bedient, wer’s so richtig süß mag. Regisseur Lasse Hallström kredenzt lustvoll aufgeschäumte Gefühle. Dabei ist der Hintergrund der Romanze durchaus ernst: eine indische Familie muss die Heimat verlassen und nach Europa gehen. In Südfrankreich lassen sich die Vertriebenen nieder. Sie eröffnen ein Lokal. Eine resolute Nobelrestaurant-Betreiberin, bisher die erste Köchin vor Ort, kann das gar nicht verknusen. Der madame_320Konkurrenzkampf ist hart und nimmt abstruse Formen an. Die Lust am Kulinarischen aber eint schließlich alle. Obendrein bahnt sich noch eine Romeo-und-Julia-Lovestory an…

Wie schon in „Chocolat“ und in „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ ersetzt Regisseur Lasse Hallström alles Gewichtige durch Leichtigkeit. Schaum statt wirklicher Konflikte. Das sieht sich nett an. Aber es berührt einen nicht wirklich. Da ist Richard Morais’ Roman „The Hundred-Foot Journey“ (in Deutschland als „Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef“ veröffentlicht) von anderem Kaliber.

Immerhin: Die Akteure geben Futter bei die Fische. Freilich: Kraftfutter ist das auch nicht. Die Edel-Schmonzette ist und bleibt Naschwerk ohne Nährwert.

Peter Claus

Madame Mallory und der Duft von Curry, von Lasse Hallström (USA 2014)

Bilder. Constantin Verleih

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