Besser als Nix 

Romanadaptionen müssen sich gegen die Vorstellungskraft der Leser behaupten. Da ist es oft klug, sich recht weit von der Vorlage zu entfernen. Das ist hier geschehen – und bekommt dem Film gut.

Besser als NixDie Kürzungen im Handlungsablauf und die Gewichtsverlagerungen sind das eine. Entscheidender: der Film verzichtet auf das wesentliche Stilmittel der (sehr lesenswerten!) literarischen Vorlage, die Tagebuchform. Nur am Anfang erinnert die innere Stimme des Helden Tom daran. Danach bleibts bei einer geradlinigen Erzählung aus der Außenperspektive.

Erfreulich: der komödiantische Ton deckt das eigentliche Thema, das sehr ernst ist, nicht zu. Das Thema: die Auseinandersetzung mit der Schwierigkeit, den viel zu frühen Tod eines geliebten Menschen zu verarbeiten. Regisseurin Ute Wieland erzählt angenehm leicht, auch mal albern, setzt sogar auf schenkelklopfenden Humor. Doch sie verschweigt das Bittere nicht. So wird die Geschichte vom Jungen, der nicht weiß, welchen Beruf er ergreifen soll, und der mehr zufällig in einem Bestattungsinstitut als Lehrling landet, zu einem satten Plädoyer für Lebensfreude.

Jung-Darsteller François Goeske überzeugt nicht nur, er nimmt von Anfang bis Ende für sich ein. Neben ihm zeigen insbesondere Hannelore Elsner und Wotan Wilke Möhring Klasse. Doch: das ganze Schauspielerensemble trifft genau die richtige Tonlage zwischen Lachen und Weinen. Sehr vergnüglich und dazu auch noch zum Nachdenken anregend.

Peter Claus

Besser als Nix, von Ute Wieland (Deutschland 2014)

Bilder: NFP

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