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Ottara Kem hatte Glück. Er kam in den 1960er Jahren zum Studium in die DDR und blieb. Zuhause, in seiner Heimat, in Kambodscha, wüteten die Roten Khmer, schlachteten die Menschen ab. Der junge Mann machte eine kleine Karriere, gründete ein Familie. Mit der Wende zerbrach das Glück. Nun zeigt eine seiner Töchter in ihrer Dokumentation das Woher und Wohin des toten Vaters. Das geschieht sanft, leise, verhalten. Die Spurensuche trägt viel Trauriges an die Oberfläche. Ganz klar: Letztlich sucht die Tochter sich selbst, die eigenen Wurzeln. Gerade weil der Film diese Suche unspektakulär reflektiert, wird sie für den Kinobesucher zur aufregenden Exkursion in eine manchmal fremde Welt, die sich schließlich in Details immer auch als Spiegel der jeweils eigenen Welt erweisen dürfte. Sehr sehenswert.

Peter Claus

Bonne Nuit Papa, von Marina Kem (Deutschland/ Kambodscha, 2014)

Bilder: Drop-Out Cinema

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