Fifty Shades of Grey (Sam Taylor-Johnson)

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Man könnte den Film mit einem Schulterzucken abtun: Sowas wie eine Einführung in die Welt des Sado-Maso-Sex wird versprochen, und geboten wird allenfalls Kuschelmuschel. Cineastischer Müll, der auch nicht dadurch veredelt wird, dass die Berlinale ihn präsentierte. Doch etwas Nachdenken ist angesagt. Denn mit seiner reaktionären und vor allem prüden Sicht auf den menschlichen Körper bedient der Film eine nicht nur in den USA gängige „klinisch reines Vorstellung“ vom Mensch-Sein, die aller Lust den Kampf ansagt. Letztlich nämlich lautet die Botschaft: alles, was an Sexualität gelebt wird und nicht der Zeugung von Nachwuchs dient, gehört mindestens ins Reich des Zwielichtigen, wenn nicht gar in das des Bösen. Illustriert mit Pin-up-Posen und neckischen Pseudo-Leibes- und Liebesspielen gehört dieser Unsinn zum Waffenarsenal der wabernden Political Correctness. Ein Skandalfilm? Der einzige Skandal ist, wie die Mächtigen des Kapitals das Kino mehr und mehr zur Manipulation und Domestizierung der Mehrheit der Weltbevölkerung ausnutzen kann. Hier regiert die Macht des Mittelmaßes. Höchste Vorsichtig ist geboten!

Peter Claus

Fifty Shades of Grey, von Sam Taylor-Johnson (USA 2015)

Bilder: Universal International Pictures

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