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Wie oft gab es sie wohl schon im Kino, Dramen, die an der US-amerikanischen Grenze zu Mexiko spielen? Unzählige Male. Viele davon reflektieren den ewigen Drogenkrieg. Lässt sich daraus noch erzählerisches Potential gewinnen? In Maßen. Wirklich Neues wird hier nicht geboten. Trotzdem fasziniert der Film. Und das liegt vor allem an den Schauspielern.

Emily Blunt als FBI-Agentin Kate nimmt den Zuschauer gleichsam bei der Hand und zieht ihn mitten rein in den Kampf gegen die Drogenmafia. Man fühlt sich dadurch dem Geschehen tatsächlich hautnah. Kommt dann Benicio Del Toro als Söldner ins Spiel, kriegt man fast Schweißausbrüche. Denn da verwischen die Grenzen zwischen Gut und Böse so sehr, dass man schnell die Orientierung verliert.

„Sicario“ steht im mexikanischen Kartell-Slang für Auftragskiller. Das zu wissen, hilft einem aber kaum weiter, um sich im Gewirr der Story besser zu orientieren. Geboten wird handfestes Genrekino. Da werden denn auch jede Menge Klischees strapaziert. Wobei die Inszenierung und die optische Gestaltung so exzellent sind, dass einen dies nicht stört. Zudem ist die Darstellung Emily Blunts von mitreißender Intensität. Ohne sie wäre der Film kaum der Rede wert. Man identifiziert sich sofort mit der von ihr gespielten Frau, bangt um sie, leidet mit ihr, hat Angst. Das hebt diesen Thriller aus der Vielzahl ähnlicher Spielfilme heraus.

Peter Claus

Bilder: Studiocanal

Sicario, von Denis Villeneuve  (USA/ 2015)

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