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Hirokazu Koreeda („Like Father, Like Son“) gilt als einer d e r japanischen Autorenfilmer des Arthouse-Kinos. Zurückhaltung und Verhaltenheit kennzeichnen seinen Stil. Das Publikum liebt’s. Für seinen jüngsten Film bekam er den Zuschauerpreis beim San Sebastián International Film Festival 2015.

Tatsächlich: der Film ist sehr wirksam. Erzählt wird eine Familiengeschichte voller tragischer und komischer Momente. Es geht um drei Schwestern, die zusammenleben. Die Frauen nehmen nach dem Tod des Vaters eine 13-Jährige auf, Suzu (Suzu Hirose), eine dem Trio bisher unbekannte Halbschwester. Durch die Unbeschwertheit des Kindes geraten die scheinbar wohl geordneten Lebensbahnen der drei Frauen gehörig durcheinander.

Das klingt nach Trubel und Aufregung. Doch Koreedas Inszenierung entspricht den mit seinem Namen verbundenen Erwartungen. Kleinigkeiten erzählen alles, nichts da mit lauten Gesten. Trauriges und Heiteres geht dabei oft kaum merklich ineinander über. Ein Film, in den man sich als Betrachter regelrecht hineinfallen lassen kann. Manchmal ertappt man sich dabei, dass man das Hohelied auf Familienzusammenhalt doch als etwas vordergründig empfindet. Doch das sind nur ganz kurze Augenblicke. Vor allem freut man sich daran, wie hier mit schöner Gelassenheit eine Lanze für das scheinbar Banale eines scheinbar durchschnittlichen Lebens gebrochen wird.

Peter Claus

Bilder: Pandora

Unsere kleine Schwester, von Hirokazu Koreeda  (Japan / 2015)

 

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