Für immer eins (Regie: Maria Sole Tognazzi)

Große Gefühle und kluge Blicke auf die bürgerliche Gesellschaft. Und große Schauspielerinnen. Der Film, der im italienischen Original „Ich und Sie“ heißt, erzählt die Liebesgeschichte zweier Frauen. Federica (Margherita Buy) und Marina (Sabrina Ferilli) sind ein Paar. Doch während Marina ihre sexuelle Orientierung als selbstverständlich hinnimmt, hat Federica genau damit Probleme. Sie möchte ihre Neigungen nur hinter verschlossenen Türen ausleben. Dabei zeigen etwa ihr Ex Sergio (Ennio Fantastichini) und der gemeinsame 24-jährige Sohn Bernardo (Domenico Diele) alles Verständnis. Doch die Architektin hat Angst. Als ihre Lebensgefährtin die Beziehung in einem Interview öffentlich macht, kann sie damit nicht umgehen. Die Furcht vor gesellschaftlicher Ächtung droht ihr Leben zu zerstören …

Leise Töne herrschen vor. Margherita Buy und Marina Sabrina Ferilli verstehen es, das Innere der Figuren in Äußerlichkeiten zu spiegeln, ohne dass es vordergründig wird. Autorin und Regisseurin Maria Sole Tognazzi, die Tochter des früheren italienischen Schauspielstars Ugo Tognazzi („Ein Käfig voller Narren“), erzählt einfühlsam und mit Gespür für atmosphärische Spannungen. Die seelischen Schieflagen der Protagonistinnen, resultierend aus sozialen und psychologischen Unwägbarkeiten, werden genau gespiegelt. Die Klugheit der Inszenierung und die Intensität des Schauspiels fesseln und sorgen dafür, dass man als Kinobesucher gelegentliche Abrutscher ins Sentimentale gern übersieht.

Peter Claus

Bilder: © Rai Cinema

Für immer eins, von Maria Sole Tognazzi (Italien 2015)

 

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