Filme im WETTBEWERB der BERLINALE 2017

Fortsetzungen von Filmerfolgen haben selten Biss – und kommen noch seltener an die Qualität des Originals heran. So ist es auch dieses Mal.

1996 ging das radikal erzählte Drama um eine Heroin-Clique in Edinburgh um die Welt, weil der Film – weitestgehend eine Groteske – den Nerv der Zeit traft. Es war eine Zeit, in der es sich West-Europäer leisten konnten, fröhliche Nabelschau zu betreiben. Doch das ist vorbei. Allein das Stichwort Brexit spricht dagegen. Und viel mehr, nicht nur die Flüchtlingswelle, die good old Europe überrollt.

Die Anti-Helden von damals sind alt geworden, gesetzt, langweilig. Darüber kann auch die vor allem auf das Thema Rache fokussierende Story nichts ändern. Und so kommt einfach kein Schwung in die Sache. Was auch daran liegt, dass eine wirkliche Auseinandersetzung mit der Gegenwart vermieden wird. Man schwelgt in verklärenden Rückblicken.

Immerhin: stilistisch wird viel geboten. Insbesondere der Schnitt überzeugt, sorgt für Tempo, gibt dem Film knackige Momente. Spannend an der Erzählung ist lediglich ein Aspekt: die wilden Kerle von einst sind zwar älter geworden, aber nicht wirklich klüger. Dem Zuschauer geht es wohl auch so. Und so sitzt man denn da und ärgert sich ein bisschen. In erster Linie darüber, dass einem – doch recht uninspiriert–  unter die Nase gerieben wird, dass man selbst auch nicht jünger geworden ist.

Peter Claus

Bild: © Sony Pictures Releasing

Trainspotting 2, von Danny Boyle (Großbritannien 2017)

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