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Goethe

Philipp Stölzl (D 2010)

Mit seinem Gestus unangestrengter Lässigkeit übersetzt der vorzügliche Alexander Fehling einen jungen Mann der Goethe-Zeit gleichsam in die Jetzt-Zeit. Und der jungmännliche Kontrast von selbstermutigender Großmäuligkeit und uneingestandener Verklemmung ist wohl zeitlos, nur die Formen ändern sich.  » von Henryk Goldberg

Good Bye, Lenin!

Wolfgang Becker (D 2003)

Die Inszenierung der DDR ist der heitere Aspekt dieses Filmes, die Frau, für die sie inszeniert wird, ihr ernsthafter. Und der Zuschauer, der einmal ein Bürger des rückblickend so skurilen Landes war, wird sich fragen dürfen, ob sein Leben nicht ein wenig dem der Mutter glich: Nur, dass er sein Zimmer durchaus hätte verlassen, die Inszenierung hätte bemerken können.  » von Henryk Goldberg

Good Night, and Good Luck

George Clooney (USA 2005)

Der Journalist Edward R. Murrow nutzte damals das aufstrebende Medium Fernsehen, um trotz aller Widerstände im eigenen Medium gegen Senator McCarthy zu argumentieren. Nicht etwa gegen seine Ansichten, nicht gegen sein politisches Milieu, sondern gegen die Verfälschungen und Widersprüche in seinen Argumentationen und in seinem Vorgehen selbst.  » von Georg Seeßlen

Gottes Werk und Teufels Beitrag

Lasse Hallström (USA 1999)

Dieser Film ist von einer atmosphärischen Noblesse, er ist außerordentlich schön, wenn er die Kinder zeigt und er ist von einer nachgerad verstörenden Harmlosigkeit, die irgendwann beginnt, die Gediegenheit seiner Bilder auszuhöhlen. So wird offenbar, dass, wenn der Stoff es verlangt, auch Haltung eine ästhetische Kategorie zu werden vermag.  » von Henryk Goldberg

Grace is Gone

James C. Strouse (USA 2007)

Der Film gibt auf diese Fragen keine Antwort. Stattdessen stellt er an seinem Ende einen Imperativ auf: dass die Mädchen auf die Annäherungsversuche des Vaters mit Zutrauen zu reagieren haben.  » von Ines Kappert

Gran Torino

Clint Eastwood (USA 2008)

Es gibt keinen anderen Filmkünstler, der sein eigenes Image so thematisiert, so zum beherrschenden Sujet macht, dass daraus ein Alterswerk entsteht. Clint Eastwood schreibt über die Jahre hinweg die Biografie einer imaginären Figur fort, die die Summe ist aus diesen Männern, die in der Einsamkeit leben und töten.  » von Henryk Goldberg

Green Zone

Paul Greengrass (USA 2010)

Mit einer hechelnden Kamera, die vom Fieberwahn befallen, die selbst Teil von Chaos und Wahnwitz zu sein scheint. Und auch die Tonspur klingt wie vom Fieber befallen. Das ist wie ein Sog, wie ein Wirbel, in dessen Mitte sich der dafür Oscar nominierte Matt Damon behauptet.  » von Henryk Goldberg

Gwendoline

Just Jaeckin (F 1984)

Die Heldin Gwendoline ist eine Zusammenfassung all dieser verfolgten Unschuldsengel in den Klauen sadistischer Systeme und fetischistischer Männer, „Epoxy", „Phoebe Zeit-Geist", „Little Annie Fanny" und wie sie alle heißen.  » von Georg Seeßlen

Habemus Papa – Ein Papst büxt aus

Nanni Moretti (I,F 2011)

Hier wird das Florett geschwungen, kein Hackebeil! Wenn auch kein frommer Katholik, so bezeugt Moretti doch seinen Respekt.  » von Peter Claus

Habemus papam – Ein Papst büxt aus

Nanni Moretti ( )

Im Falle von „Habemus papam“ habe ich die Probe aufs Exempel gemacht und darf sagen: die Synchronisation ist überaus gelungen.   » von Peter Claus

Halbe Treppe

Andreas Dresen (D 2002)

Einmal, im Urlaub, hat Uwe 32 Cocktails getrunken, noch beim Betrachten der Dias möchte er vor Erinnerung wohlig brechen. Sonst verkauft Uwe Currywurst und Bierbüchsen, da ist nur die Musik inclusive, die die Penner neben seiner Imbissbude machen, auf halber Treppe.  » von Henryk Goldberg

Halt auf freier Strecke

Andreas Dresen (D 2011)

Im Nachhinein wurde für mich klar: Dies ist gar kein  Film über das Sterben. Es ist ein Film über das Leben.  » von Peter Claus

Hangover II

Todd Phillips (USA 2011)

Ekel-Tattoos bis zu surreal-mörderischer Action. Dass so harter Humor funktioniert, spricht für die Inszenierung.  » von Peter Claus

Hannibal

Ridley Scott (USA 2001)

Faszinierend hier und da, mit ein paar grandiosen Momenten, und gewollt oder nicht, auch eine ziemlich genaue Reaktion auf die Zeit.  » von Georg Seeßlen
Der schneidet Gemüse, er prüft den Wein, dann bereitet er den Hauptgang. Sorgfältig öffnet er den Schädel, und entnimmt ihm ein Stück Hirn, das Fett in der Pfanne spritzt.  » von Henryk Goldberg

Happiness

Todd Solondz (USA 1998)

Die kunstvoll miteinander verwobenen Episoden weisen stets über eine morbide Sitcom hinaus, geben mehr noch als einen Einblick in die sexuelle Ökonomie der Mittelklasse von New Jersey ein Bild vom Zustand des Begehrens und der Sehnsucht in den neunziger Jahren.  » von Georg Seeßlen

Harry Potter und der Gefangene von Askaban

Alfonso Cuarón (USA 2004)

Die Nacht scheint schwarz, das Pflaster schimmert feucht und Harry ist allein unter einem drohenden Himmel. Da kommt der Fahrende Ritter, die rollende Wärmestube für Magier in sozial schwierigen Lagen.  » von Henryk Goldberg

Harry Potter und der Stein der Weisen

Chris Columbus (USA 2001)

Wer nicht glauben mag, dass dies ein, wiewohl freundlicher, so doch eher mittelklassiger Film ist, der stelle sich vor, er kenne das Buch nicht. Harry Potter, das ist die Liebe der Fans im Zeitalter der medialen Reproduzierbarkeit. Aber all dies Gerede kümmert weder die Kinder noch die Produzenten, beide erleben hier das reine Glück. Denn sie fanden den Stein der Weisen.  » von Henryk Goldberg

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Teil 2)

David Yates (USA, GB 2011)

Gut inszeniert, gut gespielt. Kann man niemand madig machen, will ich auch gar nicht. Die Fans werden sich ergötzen.  » von Peter Claus
David Yates und sein Autor Steve Kloves nehmen sich in ihrer Schlachten-Hast wenig, zu wenig Zeit für die Figuren.  » von Henryk Goldberg
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    • Carmela Thiele
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