5, 4, 3, 2, 1! Thunderbirds are go! Diese Einleitung der Science-Fiction-Puppenserie Thunderbirds ließ seit 1966 die Herzen der Zuschauer höher schlagen. Ihr Erfinder, der britische Fernsehproduzent Gerry Anderson, ist am 26. Dezember im Alter von 83 Jahren gestorben. Wolf Jahnke und Michael Scholten, Autoren des Buches „Die 199 besten Actionfilme und-serien“ (Schüren-Verlag) erinnern auf Getidan an Andersons unvergleichlichen Fernsehklassiker.

Gerry Anderson at the Odeon Covent Garden, London, UK. signing DVD's of his productions. (REVUpminster 2009)

Gerry Anderson at the Odeon Covent Garden, London, UK. signing DVD’s of his productions. (REVUpminster 2009)

Das Jahr 2065: Auf einer Südseeinsel liegt die Basis des Internationalen Rettungsdienstes. Sobald der Riesensatellit eine Gefahr meldet, schwärmt der Milliardär und Ex-Astronaut Jeff Tracy mit seinen fünf Söhnen in futuristischen Maschinen aus, um das Problem zu beheben.

Im Hangar der Marionetten-Familie Tracy stehen fliegende, tauchende und fahrende Maschinen mit Namen wie Fireflash, Helijet, Monorail, Crablogger, Roadlayer, Sidewinder, Skyship One und Zero X. Der britische Produzent Gerry Anderson hatte die Idee, als er 1963 Bilder vom Grubenunglück im deutschen Lengede sah. Die Rettungskräfte mussten große Gerätschaften auffahren, um die letzten elf verschütteten Kumpel bergen zu können. Im Mittelpunkt des Marionetten-Abenteuers, das in Großbritannien noch heute so bekannt ist wie die Augsburger Puppenkiste in Deutschland, steht ein Vater-Söhne-Team, das von den Cartwrights aus Bonanza inspiriert wurde. Für die charmanten Effekte sorgte Oscar-Preisträger Derek Meddings (Superman, Moonraker). Er schuf mit Anderson auch Captain Scarlet (1967) mit „Big Jim“-artigen Plastikpuppen. Es folgten die real gedrehten Serien U.F.O. (1979) und Mondbasis Alpha 1 (1976). Die Thunderbirds-Marionetten feierten 1991 ein Comeback im Musikvideo Calling Elvis, in das Regisseur Gerry Anderson auch die Marionetten der Dire-Straits-Mitglieder einbaute. Der Realspielfilm Thunderbirds (2004), in dem Ben Kingsley unter der Regie von Jonathan Frakes (Commander Riker aus Star Trek: The Next Generation) einen Bösewicht spielte, floppte gewaltig.

Michael Scholten

Thunderbirds
Originaltitel: Thunderbirds
Idee: Gerry und Sylvia Anderson
Musik: Barry Gray
GB 1966
Zwei Staffeln mit 32 Folgen á 45 Minuten sind in Deutschland auf DVD von Epix Media veröffentlicht worden.

 

 

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