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Sommer. Leichte Kost ist angesagt. Lachen dominiert. Humor made in USA ist ja meist einer der härteren Gangart. Offenbar dienen die Filmklamotten als Ersatz für all das, was sich die Amerikaner und vor allem die Amerikanerinnen im Alltag nie leisten können, weil sie es nicht dürfen. Ein Aspekt, der Krachkomödiant Adam Sandler wohl kaum interessiert. Er haut aus purer Blödellust auf die Kacke – ja, auf die, nicht auf die Pauke, es muss schon gröber sein.

Wortgewandt und mit vollem Körpereinsatz spielt Sandler den Familienvater Lenny Feder. Der, seine Frau Roxanne (Selma Hayek) und beider Nachwuchs sind in genau jene Kleinstadt gezogen, aus der Lenny stammt. Dort wird der schnieke Kerl rasch wieder zum blödelnden Lausbuben. Dabei reicht die Humorskala vom urinierenden Wildtier im Schlafzimmer bis zur Nacktbadeszene, in der Lenny und seine Kumpane verdammt alt aussehen. Lenny, Eric (Kevin James), Kurt (Chris Rock) und Marcus kinds_320(David Spade) müssen erkennen, dass sie sich drehen und winden können, wie sie wollen: die Jugend kommt nicht zurück. Das Rad der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Doch bis sie das kapieren, sorgen sie für Chaos.

Die Story ist ziemlich voraussehbar. Kluger Einfall: die Figur des Hitzkopfes Andy (Taylor Lautner). Der führt eine Jugendgang an, die den in die Jahre gekommenen Möchtegern-Teenagern gnadenlos den Spiegel vorhält. Natürlich bleibt das alles harmlos. Wirklich harte Probleme gibt es für keinen der Beteiligten. Der Film zielt eindeutig auf ein familiäres Publikum. Sandler, am Projekt in mehrfachen Funktionen, auch als Produzent, beteiligt, will offenbar Erfolg um jeden Preis. Drum lässt er als Schauspieler sogar die Hose runter. Als Drehbuch-Mitautor versucht er mit der Figur des Andy die Stimmung anzuheizen. Und als Produzent hat er das Teenager-Idol Taylor Lautner für die Rolle des Andy angeheuert, um auch ein jugendliches Publikum an die Kinokassen zu locken.

Wer’s albern mag und gern auch mal über handfesten Klamauk lacht, wird die Story von den Männern in den sogenannten besten Jahren, die nicht wirklich erwachsen werden wollen, genießen. Geboten wird unbeschwerte Fröhlichkeit. Immerhin verzichtet der Film auf ein Unmaß an Computertricks, auf Pornoeinlagen und Gewalt. Heutzutage atmet man da schon mal begeistert auf.

Peter Claus

Kindsköpfe 2, von Dennis Dugan (USA 2013)

Bilder: Sony Pictures

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