Sisters (Regie: Jason Moore)

Der Ausgangspunkt der Story hat Potential. Da ist eine Komödie denkbar, auch ein Drama: Zwei erwachsene Schwestern, Kate (Tina Fey) und Maura (Amy Poehler) müssen endgültig Abschied von ihrer Kindheit und dem Zuhause nehmen. Denn die Eltern, gespielt von Dianne Wiest und James Brolin, wollen das Haus verkaufen und bitten die Töchter, das, was ihnen lieb ist, abzuholen. Der Rest soll auf den Müll. Was die erwachsenen Kinder erst empört und dann in tiefe Schmerzen treibt.

Leider setzt der Film fast ausschließlich darauf, dass die Schwestern überaus unterschiedlich sind, rebellisch die eine, brav die andere. Das ist auf Dauer zu wenig, zumal die Scherze grob sind. Zudem läuft die Handlung schnurstracks auf eine Party zu, die genau so abgeht, wie Hollywood das nun schon in x Teenie-Pubertäts-Klamotten durchgekaut hat: schmuddelig und vulgär. Einzige Novität: Die Figuren sind dem Akne-Alter längst entwachsen.

Tina Fey und Amy Poehler sind deutlich unterfordert. Die Komödiantinnen können sich nicht entfalten, ihr Können schon gar nicht. Sie wirken wie ausgelutschte Scherzkekse. Und sie muten gar peinlich an, wenn der Film zum Finale auf große Gefühle setzt und eine unerschütterliche Schwesternliebe behauptet. Weil von der Handlung und den Dialogen her absolut schwachsinnig, nimmt man das den Beiden einfach nicht ab.

Die Schwierigkeit des Abschied-nehmen-müssens von der Geborgenheit der Kindheit wird hier als Thema total vergeigt. Ja, das ist ein Stoff für eine Komödie. Doch Komödien brauchen Geist. Der fehlt hier.

Peter Claus

© Universal Pictures International

Sisters, von Jason Moore   (USA 2015)

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