Das Schlossgespenst
Verfaßt von Matthias Dell in Architektur, Kultur am 31. August 2010
Braucht Berlin ein Schloss? Ist Stuttgart 21 innovativ? Wer macht Stadtplanung heute? Was heißt Energieeffizienz? Eine Raumvermessung in Berlins Mitte
Die Bundesregierung hat im Juni mit Blick auf die Haushaltslage den Wiederaufbau des Berliner Schlosses von 2011 auf 2014 verschoben, das Land Berlin daraufhin seinen Anteil zurückgestellt. Momentan steht neben der Wiese auf dem Schlossplatz eine Infobox, eine weitere für das Humboldt-Forum wird errichtet; sie soll im Dezember öffnen. Zum Gespräch über die Zukunft nehmen Platz: drei Architekten, die für kostengünstiges und nutzungsneutrales Bauen stehen – Francis Keré, Arno Brandlhuber und Benjamin Foerster-Baldenius. Zum Rest des Beitrags »
ShareMerce Cunningham Dance Company – Tanztheater von Weltrang
Verfaßt von Henryk Goldberg in Bühne, Kultur am 30. August 2010
Merce Cunningham Dance Company ist das Hauptwerk des amerikanischen Choreografen Merce Cunningham, der, seitdem er 1975 zum ersten Mal in einem Stück den Tanz mit Elementen der Musik und darstellender Kunst kombinierte, die Grundsteine des modernen Tanzes revolutionierte.
Die Schönheit der Bewegung
Merce Cunninghams letzte Kreation „Nearly 90“ wurde in Erfurt gefeiert.
Als diese Choreografie im vergangenen Jahr uraufgeführt wurde, da war ihr Schöpfer fast 90 Jahre alt, das gab ihr den Titel, “Nearly 90″. Als er wenig später starb, wurde die Zahl ins Quadrat erhoben. Als wollten sie zeigen, dass Merce Cunningham die Wurzel ihrer Kunst ist.
Es beginnt im Nichts, im Schwarz, und es wird enden im Licht. In den 90 Minuten, die dazwischen liegen hat das die Company am Ende feiernde Publikum so etwas wie die Summe von Merce Cunninghams Schaffen gesehen. Und ein wenig ist es, als habe einer der wichtigsten Choreografen mit “Nearly 90″, fast 90jährig, bewusst ein Werk geschaffen, das als ein Vermächtnis gelten kann und soll. Zum Rest des Beitrags »
ShareGespräch über das Haus Hacks
Verfaßt von Matthias Dell in Architektur, Kultur, Leben am 30. August 2010
Vierzig Jahre, bis zu seinem Tod am 28. August 2003, hat Peter Hacks in einer riesigen Wohnung in der Berliner Schönhauser Allee gelebt. Eine vielstimmige Rekonstruktion
Nein, ich war nie in der Schönhauser Allee 129, sondern habe nur einige Male andächtig vor der Haustür gestanden und das Klingelschild „Dr. Hacks“ betrachtet. Auch ging ich einmal in den Hof und blickte scheu von hinten hoch. Wie Verehrer das halt so tun. Wenn ich durch die Schönhauser Allee ging, meistens hungrig, durstig oder traurig, musste ich oft daran denken, dass hier irgendwo der Dichter wohnte. Zum Rest des Beitrags »
ShareDie Zukunft ist 3-D
Verfaßt von Georg Seeßlen in Kino am 30. August 2010
Propheten einer neuen Bilderwelt
Die Entwicklung der 3-D-Technik im Kino scheint unaufhaltsam – einher geht eine radikale Veränderung des Sehens und des Abbildens
Seit etlichen Jahren nun schon wird das Kino von einer neuen Technologie herausgefordert, dem dreidimensionalen oder stereoskopischen Film. Das kennen wir schon, sagen die Filmhistoriker und verweisen auf frühere “Wellen”, in denen die Kinos verlorengegangenen Publikumszuspruch mit einem “Raumkino” zurückerobern wollten, und die dann wieder abebbten, als das Publikum es leid war, sich durch unkleidsame Brillen mit Indianerspeeren bewerfen oder in geöffnete Haifisch-Schlünde ziehen zu lassen.
Doch etwas ist diesmal anders: Der stereoskopische Film scheint sich zu etablieren, Zum Rest des Beitrags »
ShareEingeschränkte Bewegungsbilder
Verfaßt von Georg Seeßlen in Film, Filmgeschichte am 29. August 2010
Anmerkungen zum neuerlichen Boom der Behindertenfilme
Der japanische Dichter Kenzaburo Ôe, Vater eines geistig behinderten Sohnes, hat sich in seinen Arbeiten immer wieder mit der Frage beschäftigt, was der Umgang mit Behinderten über Kulturen und Gesellschaften aussagt. Seine große These lautet, grob gesagt, dass man den Charakter einer Gesellschaft an ihrem Umgang mit Minderheiten, Randgruppen und Behinderten genauer als an allem anderen erkennen könne. Es geht am Ende nicht um die Großzügigkeit des Mainstream, nicht um Mitleid, nicht um Integration, es geht vielmehr darum zu erkennen, dass es Behinderte nicht gibt. Es gibt nur Menschen. Zum Rest des Beitrags »
ShareIch & Orson Welles
Verfaßt von Peter Claus in Empfehlung, Film am 28. August 2010
Orson Welles (1915 bis 1985) gilt als Magier vieler Künste. Radio, Theater, Kino, Zirkus, Varieté – dem Jongleur der Phantasie fiel immer etwas ein. Sein 1941 uraufgeführtes Spielfilmdebüt „Citizen Kane“ gilt als einer der besten Filme aller Zeiten. Nun huldigt ein Spielfilm dem legendären Künstler und stellt ihn zugleich als Mensch in Frage.
Richard Linklater gilt seit seinem Erstling, dem Kurzfilm „Woodshock“ (1985), und seinem zehn Jahre später herausgekommenen Welthit „Before Sunrise“ als Wunderkind des unabhängigen Kinos made in USA. Von den Industriegiganten in Hollywood oft schnöde missachtet, liegt seine Sympathie für den Rebellen der Traumfabrik Orson Welles, der nie mit dem Big Business zurecht kam, auf der Hand. Allerdings: Man muss nichts über Orson Welles wissen, und man muss auch keinen einzigen seiner Filme gesehen haben, man muss auch nichts über Linklater wissen, um einen Heidenspaß an der geistreicher Komödie „Ich & Orson Welles“ zu haben! Zum Rest des Beitrags »
ShareDer Stoff jauchzt auf
Verfaßt von Wenzel Storch in Gesellschaft, Kultur, Leben im August 2010
Wo Tag und Nacht die Triebwerke heulen: Eine Pilgerreise in die wunderbare Welt des Würzburger Prälaten Berthold Lutz, Folge 1
Der Ehrentitel Katholik, der schönste, den es in menschlicher Sprache gibt.
Paul Claudel
Es brummen Honigbienchen
Es hüpfen die Kaninchen …
Bill Ramsey: Auf der bunten Hollywoodschaukel
„Es gibt eine Nähe zwischen den Plätzen, wo man betet, und denen, wo man kopuliert“, stellte Peter Hacks 1988 in Linke Arbeiter fest. Daß kirchliche Anlagen „Stätten der Ergießung“ seien, wird heute niemand, der ein Zeitungsblatt auseinanderfalten kann, mehr bezweifeln (genausowenig, daß es Kommissar Higgins 1967 mitnichten gelungen sein kann, dem Mönch mit der Peitsche das Handwerk zu legen). Höchste Eisenbahn, an das Werk eines Würdenträgers zu erinnern, dessen Thema „das Schönste“ und „Allerfeinste“ war – und der als größter Sexualmystiker deutscher Zunge gelten dürfte, hätte ihn die eigene Zunft, und mit ihr die Welt, nicht längst vergessen. Zum Rest des Beitrags »
ShareDas letzte Schweigen
Verfaßt von Henryk Goldberg in Film am 28. August 2010
Nach 23 Jahren geschieht es wieder: Ein Mädchen, ein Kind, wird ermordet. Wieder an jener Stelle im Kornfeld. Der Mord ist die Botschaft eines Mannes an einen anderen. Und der Film von Baran Bo Odar ist auch in sich eine Botschaft.
In diesem Film gibt es eine Szene, die, recht betrachtet, Mut erfordert. Mut, sie zu zeigen, Mut, sie zu verstehen. Ein Mann sieht einen Film, einen pornografischen Film um ein kindliches Mädchen. Der Mann, wir sehen es, kämpft gegen seine Faszination, er wehrt sich, wir sehen auch das, mit seinem Willen gegen seine Geilheit. Dann rennt er aus dem Zimmer, flüchtet vor dem eigenen Trieb, der eigenen Vergangenheit. Vor sich.
Pädophilie ist ein hoch sensibles Thema und sein vielleicht sensibelster Aspekt wurde selten so in einem massenwirksamen Medium vorgeführt: Die Neigung zur Pädophilie ist so wenig eine Wahl der Betroffenen wie Homosexualität, wie jede sexuelle Orientierung. Nur, dass von dem Pädophilen verlangt werden muss, was die Gesellschaft lange von Homosexuellen verlangte: Diesen Trieb zu unterdrücken, zu bekämpfen. Und die Akzeptanz von Pädophilie, ist anders als die der Homosexualität, keine Frage der künftigen gesellschaftlichen Entwicklung, sie kann und darf es nicht sein. Zum Rest des Beitrags »
ShareWanderkinos – Nostalgie oder Mehrwert?
Verfaßt von Dr. Daniela Kloock in Empfehlung, Kino am 28. August 2010
„Kinofreie“ Regionen gibt es viele auf der Welt, auch hierzulande. Allein 2009 mußten bei uns 170 Lichtspieltheater schließen. Doch nicht nur die Kinos in der Provinz und die Programm- und Arthouse Kinos, die keiner kapitalstarken Kinokette angehören, stehen unter Druck, sondern zunehmend auch Häuser in großen Städten. Hohe Mieten der häufig attraktiv gelegenen Immobilien und steigende Ausgaben für neue digitale Techniken machen den Kinos ebenso zu schaffen wie demografische Veränderungen.
ShareSean Connery (*25.08.1930)
Verfaßt von Henryk Goldberg in Schauspieler am 25. August 2010
Die Weisheit des Verzichtes
Als der Weltstar Sean Connery 1983 in seine frühere schottische Stammkneipe geht, da blickt ein Mann kurz auf. “Hey, wie läuft’s denn so? Du warst wohl weg?”
Die Anekdote wird nicht stimmen, aber sie erzählt wohl etwas über Schottland, dem Connery sehr verbunden ist, verbundener, als es sich eigentlich schickt für einen Ritter des Vereinigten Königsreiches. Zum Rest des Beitrags »
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