Elfenbeinturm oder kulturelle Gesamtschule
Verfaßt von Ingo Arend in Kultur am 1. September 2010
Der Streit um die „Villa Tarabya“ gefährdet den deutsch-türkischen Kulturaustausch
Sieger nach Punkten. So nannte der Schriftsteller Thorsten Becker einen vor genau sechs Jahren erschienenen Roman. Darin schildert der Berliner Autor die Geschichte seines Helden Nasrettin Öztürk vom Sohn türkischer Einwanderer in Berlin zum Europameister im Superfedergewicht. Und in einer Parallelstrecke die Geschichte der Türkei von der Islamisierung Anatoliens bis zu der Republikgründung Mustafa Kemals, genannt Atatürk.
So ausufernd, geschichtsmächtig und türkeibegeistert wie der 1958 bei Köln geborene Becker beschäftigen sich deutsche Künstler selten mit dem Land am Bosporus. Auch wenn sie gelegentlich zum Urlaub nach Antalya oder ins idyllische Kas fahren. Zum Rest des Beitrags »
ShareThilo auf Klingonisch
Verfaßt von Florian Schwebel in Gesellschaft, Kultur am 1. September 2010
Bedankt Euch bei Marc Okrand. Dieser Sprachwissenschaftler begann Mitte der 80er für das expandierende „Star Trek“ – Universum Klingonisch zu entwickeln. Anfang der 90er lag dann sein „Wörterbuch für Klingonisch“ in trendigen Läden. Falls es tatsächlich eines Tages doch gelingen sollte, den „Krieg der Kulturen“ herbeizureden, und irgendwann die Hirne aller kritischen Menschen durch Selbstzweifel verleimt sind, ob sie zu stark oder zu wenig an politische Korrektheit glauben, ob sie abgekartete Medienhypes zu ernst oder zu leicht nehmen, wissen wir wenigstens, wie alles angefangen hat: Mit Spock, Pille und Scotty. Zum Rest des Beitrags »
Share67. Filmfestspiele Venedig (01.09.2010)
Verfaßt von Peter Claus in Filmfestspiele Venedig am 1. September 2010
Sonne über Venedig. Die gern mürrische Filmkritiker-Gemeinde aus aller Welt ist zu guter Laune gezwungen. Das fällt so mancher und manchem schwer. Aber das Festival macht es den Griesgramen noch schwerer, nicht fröhlich in die 67. Ausgabe der Mostra Internazionale d’Arte Cinematografica, des Internationalen Filmfestival von Venedig, zu starten. Ein schicker Empfang in einem Luxushotel für die Journaille aus aller Welt zum Auftakt – Häppchen, Schampus und Gondel-Romantik inklusive wurde ausgerichtet – wer will da noch die Mundwinkel runterhängen lassen?
Das Festival selbst steht unter ziemlichem Erwartungsdruck. Berlin und Cannes, die großen Konkurrenten, boten wenig Eindrucksvolles. Am Lido von Venedig soll nun also geklotzt werden.
22 Filme aus aller Welt konkurrieren im Hauptwettbewerb „Venezia 67“ bis zum 11. September um den Goldenen Löwen. Deutschland schickt „Drei“ ins Rennen, ein Kammerspiel von Regisseur Tom Tykwer. Zum Rest des Beitrags »
ShareHeil Hynkel!
Verfaßt von Georg Seeßlen in Gesellschaft, Politik am 31. August 2010
„Die Thesen von Thilo Sarrazin zu Bildung und Zuwanderung sollte man diskutieren, nicht den Autor verteufeln“, schreibt Necla Kelek in der F.A.Z. Na, Bravo! Vielleicht sollte man auch noch mal die Ansprachen eines gewissen Hynkel, alias Charles Chaplin aus „The Great Dictator“ (Sie erinnern sich: „Sauerkraut mit de Wiener Schnitzel. Und de Jüden! Ah, de Jüden!“) dahingehend befragen, ob man sie nicht diskutieren müsse, statt darüber zu lachen. weiter lesen
ShareSchweigen ist keine Lösung
Verfaßt von Henryk Goldberg in Gesellschaft, Politik am 31. August 2010
Zur Debatte um die Thesen von Thilo Sarrazin
Vielleicht sollte man einfach von ihm absehen. Absehen von den medialen Wellen, die er schlägt. Absehen von dem missverstehbaren und zum Teil provozierenden Ton. Absehen sogar von dem Umstand, dass der NPD-Vorsitzende gestern verkündete, Sarrazins Thesen würden seine Partei “salonfähig” machen.
Es gibt viele Gründe, den Staat Israel zu kritisieren, ohne dass der, der es tut, ein Antisemit sein muss. Aber er hilft Antisemiten. Soll man deshalb Israel nicht kritisieren dürfen? Zum Rest des Beitrags »
ShareThe Expendables
Verfaßt von Henryk Goldberg in Film am 31. August 2010
Mut, Schweiß und Gähnen
“Was hat er für ein Problem?” fragt einer, er meint Arnold Schwarzenegger. Dabei, Schwarzenegger hat wenigstens nicht das Stallone-Problem: Er hat sich bei Zeiten aus dem Staub gemacht.
Als Rocky Balboa (2007) seinen letzten Kampf kämpfte, da hatte sein Schöpfer die Figur mit Würde an ein Ende gebracht. Es war der würdige Abschied eines alternden Mannes, der es noch einmal brachte. Da fielen beide zusammen, der Boxer und der Schauspieler, das war der überzeugende Grund des Filmes. Als John Rambo (2008) nach Birma ging, da hatte er keinen anderen Grund als das Bedürfnis von Sylvester Stallone. Und jetzt, da wollte er alle Figuren, alle diese Hartschläger und Totschießer beenden, ganz allgemein. Und das geht, ganz allgemein gesagt, ziemlich schief. Zum Rest des Beitrags »
ShareDas Schlossgespenst
Verfaßt von Matthias Dell in Architektur, Kultur am 31. August 2010
Braucht Berlin ein Schloss? Ist Stuttgart 21 innovativ? Wer macht Stadtplanung heute? Was heißt Energieeffizienz? Eine Raumvermessung in Berlins Mitte
Die Bundesregierung hat im Juni mit Blick auf die Haushaltslage den Wiederaufbau des Berliner Schlosses von 2011 auf 2014 verschoben, das Land Berlin daraufhin seinen Anteil zurückgestellt. Momentan steht neben der Wiese auf dem Schlossplatz eine Infobox, eine weitere für das Humboldt-Forum wird errichtet; sie soll im Dezember öffnen. Zum Gespräch über die Zukunft nehmen Platz: drei Architekten, die für kostengünstiges und nutzungsneutrales Bauen stehen – Francis Keré, Arno Brandlhuber und Benjamin Foerster-Baldenius. Zum Rest des Beitrags »
ShareMerce Cunningham Dance Company – Tanztheater von Weltrang
Verfaßt von Henryk Goldberg in Bühne, Kultur am 30. August 2010
Merce Cunningham Dance Company ist das Hauptwerk des amerikanischen Choreografen Merce Cunningham, der, seitdem er 1975 zum ersten Mal in einem Stück den Tanz mit Elementen der Musik und darstellender Kunst kombinierte, die Grundsteine des modernen Tanzes revolutionierte.
Die Schönheit der Bewegung
Merce Cunninghams letzte Kreation „Nearly 90“ wurde in Erfurt gefeiert.
Als diese Choreografie im vergangenen Jahr uraufgeführt wurde, da war ihr Schöpfer fast 90 Jahre alt, das gab ihr den Titel, “Nearly 90″. Als er wenig später starb, wurde die Zahl ins Quadrat erhoben. Als wollten sie zeigen, dass Merce Cunningham die Wurzel ihrer Kunst ist.
Es beginnt im Nichts, im Schwarz, und es wird enden im Licht. In den 90 Minuten, die dazwischen liegen hat das die Company am Ende feiernde Publikum so etwas wie die Summe von Merce Cunninghams Schaffen gesehen. Und ein wenig ist es, als habe einer der wichtigsten Choreografen mit “Nearly 90″, fast 90jährig, bewusst ein Werk geschaffen, das als ein Vermächtnis gelten kann und soll. Zum Rest des Beitrags »
ShareGespräch über das Haus Hacks
Verfaßt von Matthias Dell in Architektur, Kultur, Leben am 30. August 2010
Vierzig Jahre, bis zu seinem Tod am 28. August 2003, hat Peter Hacks in einer riesigen Wohnung in der Berliner Schönhauser Allee gelebt. Eine vielstimmige Rekonstruktion
Nein, ich war nie in der Schönhauser Allee 129, sondern habe nur einige Male andächtig vor der Haustür gestanden und das Klingelschild „Dr. Hacks“ betrachtet. Auch ging ich einmal in den Hof und blickte scheu von hinten hoch. Wie Verehrer das halt so tun. Wenn ich durch die Schönhauser Allee ging, meistens hungrig, durstig oder traurig, musste ich oft daran denken, dass hier irgendwo der Dichter wohnte. Zum Rest des Beitrags »
ShareDie Zukunft ist 3-D
Verfaßt von Georg Seeßlen in Kino am 30. August 2010
Propheten einer neuen Bilderwelt
Die Entwicklung der 3-D-Technik im Kino scheint unaufhaltsam – einher geht eine radikale Veränderung des Sehens und des Abbildens
Seit etlichen Jahren nun schon wird das Kino von einer neuen Technologie herausgefordert, dem dreidimensionalen oder stereoskopischen Film. Das kennen wir schon, sagen die Filmhistoriker und verweisen auf frühere “Wellen”, in denen die Kinos verlorengegangenen Publikumszuspruch mit einem “Raumkino” zurückerobern wollten, und die dann wieder abebbten, als das Publikum es leid war, sich durch unkleidsame Brillen mit Indianerspeeren bewerfen oder in geöffnete Haifisch-Schlünde ziehen zu lassen.
Doch etwas ist diesmal anders: Der stereoskopische Film scheint sich zu etablieren, Zum Rest des Beitrags »
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