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Departed - Unter Feinden

Martin Scorsese (USA 2006)

Matt Damon und Leonardo DiCaprio hat man lange nicht, vielleicht noch nie, so gut gesehen. Sie sind einander spiegelbildlich, im feinen Zwirn der eine, in den Klamotten der Kneipen der andere, doch identisch in der Angst der Verräter und verloren in der Einsamkeit unter Feinden.  » von Henryk Goldberg

Der 13. Krieger

John McTiernan (USA 1999)

Mit altmodischer Ruhe erzählt er von dem Kampf zwischen den Wikingern und den mythischen Bärenkreaturen, bis die Schlacht geschlagen ist. Ganz ohne die handelsübliche Ironie wird da gewissermaßen das Hochhaus von Stirb langsam durch das Dorf der Wikinger ersetzt, in dem der Rhythmus der Glorreichen Sieben lebt.  » von Jan Distelmeyer

Der Albaner

Johannes Naber (D 2010)

Man spürt, dass Regisseur Johannes Naber gründlich recherchiert hat und eine Geschichte erzählt, die ihm wirklich am Herzen liegt.  » von Peter Claus

Der Auftragslover

Pascal Chaumeil (F 2010)

Uralt-Gags wirken hier frisch aufpoliert, Klischees durch ironische Brechung neu, das Tempo stimmt, der Rhythmus ebenso, und die Chemie zwischen den Akteuren ist nahezu perfekt. Romain Duris, gerade mal so um die ein Meter und sechzig groß, erweist sich als Komödiant, bei dem jede Pointe blitzt, weil er sie perfekt zu setzen weiß.  » von Peter Claus

Der Barbier von Sibirien

Nikita Michalkow (RU, I, F, CZ 1999)

Eine Bildbeschreibung: Russland ist das Land der tiefen Gefühle, der großen, stolzen Herzen, die beim Militär in ihrer reinsten Form anzutreffen sind. „Ach, diese Kadetten!"  » von Jan Distelmeyer

Der Bauch des Architekten

Peter Greenaway (GB, I 1987)

Ein Zug fährt nach Italien. Im Schlafwagen macht der amerikanische Architekt Stourley Kracklite Liebe mit seiner Frau Louisa. „What a way to enter Italy", bemerkt sie, die wir über dem Bauch des Architekten sehen. Nach dem Bauch die Architektur: Bahnhöfe, Gräber, historische Monumente.  » von Georg Seeßlen

Der Brief des Kosmonauten

Vladimir Torbica (D 2002)

Das sieht nicht gut aus. Deutschland – in diesem Falle München – ist grau, kalt, verregnet, zugebaut, etwas gefährlich, auf jeden Fall abweisend und also ungefähr der kompletteste Gegensatz zu den lebendigen, warmen Anfangsbildern aus der sibirischen Steppe.  » von Jan Distelmeyer

Der Dieb des Lichts

Aktan Arym Kubat (F, D, KIR, NL 2010)

Viele Kritiker verstehen den Film in erster Linie als kritischen Kommentar zur Globalisierung. Sicher steckt das drin, aber es schiebt sich nicht in den Vordergrund. Auch der Hauch farbenfroh eingefangener Folklore drängt sich nicht auf.  » von Peter Claus

Der englische Patient

Anthony Minghella (USA, GB 1996)

Wir sehen, von hoch oben, merkwürdige Gebilde, konturierte Frauenkörper, weibliche Torsi – dann weitet sich der Blick, und wir erkennen die Wüste in ihrer absichtslosen Zeichnung, ihrer zufälligen, sich stetig wandelnden Gestalt. Formen lösen sich verfließend auf, um sich neu zu bilden, das Einzelne verbindet sich zu einem neuen Ganzen.  » von Henryk Goldberg

Der Fall Chodorkowski

Cyril Tuschi (D 2011)

Knappe Aussagen von Chodorkowski und Statements von Zeitgenossen verdichten sich zu einem Abbild der Polit-Lage in Russland, zumindest zu Ausschnitten. Spannend daran sind die Rückschlüsse, die auf den Zustand der Welt an sich möglich sind.  » von Peter Claus

Der Fall Furtwängler

István Szabó (F, A, D, GB 2001)

Szabos Film ist wie Harwoods Stück: Er macht seine ästhetische Existenz vergessen und fesselt als Diskussionsgrundlage. Kein sinnlicher Film, lauter Debatten, doch einer, der intellektuell zu bannen vermag, mit dem dominanten Harvey Keitel, den Szabo im Grunde mehr vorführt als den Kollaborateur, dem Stellan Skarsgard Präsenz erspielt.  » von Henryk Goldberg

Der fantastische Mr. Fox

Der fantastische Mr. Fox (USA 2009)

Der Regisseur Wes Anderson – wir haben nichts anderes von ihm erwartet – treibt die doppelte Adressierung, die bereits in der Vorlage von Roald Dahl steckt, erst einmal auf die Spitze.  » von Georg Seeßlen
Bei Roald Dahl geht es schnell zur Sache.  » von Jan Distelmeyer

Der freie Wille

Matthias Glasner (D 2006)

Die Entscheidung ist radikal und unwiderruflich. Nicht dem Opfer einer Vergewaltigungstat, die dieser Film zu Beginn ausführlich und ohne uns viel zu ersparen zeigt, folgt die Handlung, sondern dem Täter  » von Georg Seeßlen

Der fremde Sohn

Clint Eastwood (USA 2008)

Regel Nummer eins, sagt Christine, fange keinen Streit an. Aber bringe jeden Streit zu Ende. Und also erzählt Clint Eastwood wieder einmal von einem Menschen, der eine Sache zu Ende bringt. Nur, dass es dieses mal eine Frau ist, nur, dass es dieses mal Angelina Jolie ist. Und sie bringt ihre Sache glänzend zu Ende.  » von Henryk Goldberg

Der ganz große Traum

Sebastian Grobler (D 2010)

Ausstattung, Kostüme und Schauspiel sind tadellos. Auffallend geglückt ist die Kameraführung vor allem in den gut arrangierten und choreographierten Szenen, die die Eroberung des Sports mit Erfolgsbildern feiern – das erste Tor, der erste gehaltene Ball. Nur hat das Drehbuch die Charaktere mitunter arg klischiert gezeichnet.  » von Peter Claus

Der ganz normale Wahnsinn – Working Mum

Douglas McGrath (USA 2011)

Klar: der Rahmen der Komödie wird nicht gesprengt. Immerhin gibt es einige Szenen, die deutlich zeigen, wie falsch es ist, wenn Menschen, egal in welcher Situation, immer nur danach streben, die Erwartungen der Anderen zu erfüllen.  » von Peter Claus

Der Ghostwriter

Roman Polanski (F, D, GB 2010)

Der Thriller, den Polanski schrieb und inszenierte nach dem Bestseller  von Robert Harris, meint den ehemaligen britischen Premierminister, seine rückhaltlose Unterstützung der USA, des Irak-Krieges. Tony Blair, der hier Adam Lang heißt, lebt in den USA im Exil, verfolgt vom Internationalen Gerichtshof wegen vermuteter Kriegsverbrechen.  » von Henryk Goldberg

Der Gott des Gemetzels

Roman Polanski (F, E, D, PL 2011)

Der zu Recht weltberühmte Regisseur, der manches Meisterwerk gestemmt hat, bleibt hier weit unter dem, was er kann.  » von Peter Claus

Der große Crash – Margin Call

J. C. Chandor (USA 2010)

Die Typen in den teuren Anzügen werden nicht als Monster denunziert. Als Zuschauer kann man dank Inszenie-rung und packenden Schauspiels nicht anders, als auch Menschliches in den Protagonisten zu entdecken.  » von Peter Claus
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