Steven Seagal ist 60!
von Wolf Jahnke in Gesellschaft, Leben am 10. April 2012
Geboren am 10.4.1952: „The Master of Aikido“ aka „Lord Steven” oder auch einfach Steven Seagal ist 60!
Der hünenhafte Martial-Arts-Actionstar Steven Seagal mit der tief-heiseren Stimme und dem stahlhartem Blick ist einer der größten Stars des Actionfilms. Der Meister verschiedener Kampfsportarten spielte schweigsame Helden, die auf eigene Faust und mit eigenwilligen Methoden dem Bösen den Garaus machen. Schauspielerisch völlig untalentiert, brillierte Seagal durch seine technisch versierten Haudrauf-Talente.
Die meisten kennen ihn als Karate-Koch in dem Blockbuster Alarmstufe Rot, dessen zweiten Teil er nur drehte, als ihm die Regie für den ökologisch ambitionierten Action-Thriller Auf brennendem Eis zugesichert wurde. Denn „Lord Steven“, wie ihn manche auch nannten und der seine Filmgegner schon mal mit einem humorlosen „Die Fucker!“ verabschiedete, war stets zu Höherem berufen. Aber langsam und von vorn:
Steven Frederic Seagal wurde am 10. April 1952 in Lansing/Michigan geboren. In den 1970ern lebte er in Japan, lehrte dort Englisch, lernte Zen und Aikido und wurde Träger des 7. Dan Aikidō mit einem Ehrentitel des Lehrmeisters „Shihans“. In den 1980ern eröffnete er ein eigenes Aikido-Dojo im San Fernando Valley im Großraum von Los Angeles. Zum Rest des Beitrags »
ShareAls Kritiker ist Grass längst Geschichte
von Jörg Magenau in Gesellschaft, Leben am 9. April 2012
Lange galt Günter Grass als politisches und soziales Gewissen der BRD. Seine eigene Rolle hinterfragte er dabei kaum. Auch daher ist seine Kritik heute unglaubwürdig.
Im wichtigsten politischen Augenblick seines Lebens, im Dezember 1970, war Günter Grass nur Zeuge. Ausnahmsweise kam er einmal nicht zu Wort und stand nicht im Zentrum. Ein paar Meter entfernt vom Geschehen, abgedrängt von Sicherheitsleuten, beobachtete er, wie Bundeskanzler Willy Brandt vor dem Denkmal für die Opfer des Aufstandes im Warschauer Ghetto auf die Knie fiel. Grass dachte ängstlich darüber nach, wie diese Geste in Deutschland verstanden werde und dass sich nun die „Meute seiner politischen Feinde, die Springer-Presse voran, abermals auf ihn stürzen wird“. So erinnerte er sich fünfundzwanzig Jahre später daran.
Brandts Polenreise diente der Unterzeichnung des in der Bundesrepublik heftig umstrittenen „Warschauer Vertrages“. Sie bedeutete die faktische Anerkennung der Oder-Neiße-Linie und einen wichtigen Schritt zur Aussöhnung zwischen Polen und Deutschland. Der Kniefall war ein eher zufälliges Nebenprodukt, und doch überragt er in der historischen Erinnerung alles andere: „Am Abgrund der deutschen Geschichte und unter der Last der Millionen Ermordeten tat ich, was Menschen tun, wenn die Sprache versagt“, sagte Willy Brandt. Seine Politik zielte in Richtung Osten, aber sie wurde, weil sie sich den Konsequenzen der deutschen Geschichte stellte, jederzeit überwölbt vom deutsch-jüdischen Verhältnis und von Israel als einem transzendenten Bezugspunkt. Zum Rest des Beitrags »
ShareTITANIC 3D (James Cameron)
von Georg Seeßlen in Film, Filmwissen, Gesellschaft, Kolumnen & Blogs, Kritik am 8. April 2012
oder: Wie das Raumkino zur Opernbühne wird, und was Liebe und Schiffbruch zur Amerikanisierung der Welt beitragen
Was ich schon immer wissen wollte: Ob man eine Liebesgeschichte eigentlich in 3-D erzählen kann. Bislang nämlich hat sich die räumliche Öffnung des Kinos perfekt für Ländereien, Architekturen und Schlachten bewährt, für das Errichten phantastischer Parallelwelten und die Kreation bizarrer Mischwesen, die den Zuschauer anspringen, um ihn zu verschlingen. Gewiss gibt es auch eine zartere kinematografische Gestaltung der neuen digitalen Räumlichkeit, in der Poesie der Wassertropfen, der Feuerfunken, der Staubpartikel. Auch tänzerische Choreographien und sportliche Betätigungen bieten sich der Veräumlichung an. Wenn es indes um Menschen und ihre Beziehungen geht, dann würde man doch am liebsten die Polarisationsbrille abnehmen. Aber dann verschwimmen die Menschen auf der Leinwand oder auf dem Bildschirm. Sie finden im Raum, so scheint es, aneinander keinen Halt.
Der Verdacht liegt nahe: Die Liebe ist zweidimensional. Der Raum ist für Maschinen, Massen und Gemetzel. Die Liebenden finden sich nicht im Raum, sondern indem sie diesen negieren. Sie werden zum Tafelbild ihres Begehrens, sie dürfen der Welt nur eine Projektion ihres Glücks zeigen, denn im Räumlichen droht ja alles, noch dahinter zu sehen, oder „einzudringen“. Skulpturen zeigen Helden oder Katastrophen. Aber keine Liebe. Die Teilhabe ist eine andere: Liebende sind Menschen, die die Kunst beherrschen, sich der Welt zu zeigen und sie zugleich auszuschließen. Man darf weder auf die Weise „dabeisein“, wie es die Verräumlichung (als letzte Attacke auf die Privatsphäre vielleicht) verspricht, noch auf die Rückseite gelangen. Zum Rest des Beitrags »
ShareDer letzte Untergang: ZDF Mehrteiler „Titanic“
von Georg Seeßlen in Film, Filmwissen, Gesellschaft, Kolumnen & Blogs, Kritik, Leben am 6. April 2012
Schiffbruch mit Zuschauer, oder: Wie sich das Fernsehen den Untergang der Titanic aneignet
In seiner „Metapherologie“ unterscheidet Hans Blumenberg drei Arten von Metaphern: Die erste dient der Ausschmückung, die zweite entsteht aus Unklarheit, die dritte Form aber nennt er die „absolute Metapher“. Sie enthält mehr als ihr Ausgangsmaterial, und sie verweigert die Rückführung auf rationalen Diskurs und bloße Tatsachen. Das Modell einer absoluten Metapher ist in Blumenbergs Denken der Schiffbruch, ein grandioses Scheitern auf einer „Schifffahrt des Lebens“, von den Mythen der Frühantike bis in die Gegenwart, da man ihn sowohl als erschöpfte Metapher als auch als Metapher der Erschöpfung ansehen kann. Wie ein ermattetes Untier liegt die Costa Concordia am Strand, deren Kapitän als einer der ersten von Bord gegangen ist. Kaum besser ließe sich Blumenbergs Theorie vom Paradigmenwechsel der absoluten Metaphern in der Geschichte illustrieren. Selbst vom Schiffbruch als größter Metapher des Scheiterns blieb nur eine traurige Farce. Zum Rest des Beitrags »
ShareEin lyrischen Präventivschlag (Über Günter Grass’ Gedicht “Was gesagt werden muss”)
von Jörg Magenau in Gesellschaft am 5. April 2012
Gedichte waren noch nie die Stärke von Günter Grass. Das Verkünden politischer Meinungen lag ihm immer sehr viel näher. Offenbar hat er aber bis heute nicht begriffen, dass Meinen und Dichten zwei grundverschiedene Dinge sind. Sonst hätte er kaum die Gedichtform missbraucht, um seiner Ansicht, Deutschland dürfe kein weiteres U-Boot an Israel liefern, zur medialen Weltgeltung zu verhelfen. Gedichte sind – im Unterschied zu politischen Stellungnahmen – niemals eindeutig. Sie leben vielmehr von Ambivalenzen, Stimmungen, Unklarheiten. Grass zielt in seinem lyrischen Bemühen jedoch auf nichts Geringeres als das, was er als „Tatsache“ und „Wahrheit“ bezeichnet. So etwas gibt es ansonsten allenfalls in aufgeblasenen Leitartikeln.
Der Konflikt mit dem Iran um atomare Bewaffnung, das Existenzrecht Israels und die Besetzung palästinensischer Gebiete vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte, sind keine geeigneten lyrischen Themen. Sie mit tremolierendem „Warum schwieg ich so lange“ vorzutragen und den pathetischen Titel „Was gesagt werden muss“ darüber zu setzen – das kann nicht gut gehen, und das geht nicht gut. Dass dann allerdings sofort und so zuverlässig wie ein mechanischer Kasper Henryk M. Broder aus der Kiste springt und „Antisemitismus“ schreit – wäre ein letzter Grund, mit Günter Grass zu sympathisieren. Zum Rest des Beitrags »
ShareReisewelten: Osterinsel
von Michael Scholten in Gesellschaft, Leben am 3. April 2012
Sonntag, 7. Oktober 2007
Osterinsel

Drei erloschene Vulkane formten mitten im Pazifischen Ozean die Osterinsel. Das Eiland hat eine Fläche von 162 Quadratkilometern.
Da ist sie: die Osterinsel. Durch die Lücken der dichten Wolkendecke, über die mein Flugzeug der Fluggesellschaft LAN fliegt, sehe ich die ersten Stücke des rund 173 Quadratkilometer kleinen Eilands. Drumherum sieht man nur Wasser. So weit ab vom Schuss wie Rapa Nui liegt keine andere Insel der Welt. Vom chilenischen Festland aus sind es 3600 Kilometer. Bis zur nächsten bewohnten Insel, Tahiti, sind es 4100 Kilometer. Dennoch kommen inzwischen knapp 40.000 Touristen pro Jahr hierher, um die einzigartigen Steinfiguren, genannt Moais, zu besichtigen. Vor allem im Sommer kommen die reichen Passagiere von Kreuzfahrtschiffen zum Weltkulturerbe und bescheren den einheimischen Händlern und Reiseleitern gute Einnahmen.

Die ungewöhnlich lange Start- und Landebahn des Flughafens von Ranga Hoa diente viele Jahre auch als Notlandeplatz für Space Shuttles der NASA.
Die Polynesier bevölkerten das Eiland, das sie „Nabel der Welt“ nannten, vermutlich schon im fünften Jahrhundert. Der erste Europäer, der die Insel entdeckte, war der niederländische Admiral Jacob Roggeveen. Er war am 1. August 1721 mit drei Schiffen in seiner Heimat aufgebrochen. Sein Ziel war es, den Sagen umwobenen Südkontinent zu finden. Allerdings musste er das Vorhaben wegen schlechten Wetters aufgeben und eine andere Route fahren.

Auf der Osterinsel weht die Flagge Chiles. Der südamerikanische Staat hat das Eiland im Jahr 1888 annektiert.
Am 6. April 1722 entdeckte Roggeveen durch Zufall die einsam gelegene Insel. Weil das an einem Ostersonntag passierte, wählte er den Namen Osterinsel. Nicht Roggeveen, sondern der aus Rostock stammende Kommandant Carl Friedrich Behrens betrat als erster Europäer die Insel. Überrascht stellte er fest, dass die Insel trotz ihrer Abgeschiedenheit nicht nur bewohnt war, sondern auch Spuren einer hochzivilisierten Kultur aufwies. Er staunte über nahezu 1000 große Steinfiguren aus Tuffstein und hielt in seinen Aufzeichnunge fest: „Diese Steinbilder haben verursacht, dass wir von Bewunderung ergriffen wurden“. Zum Rest des Beitrags »
ShareOben, Mitte, Unten
von Georg Fülberth in Gesellschaft am 2. April 2012
Wollen und können
Eine revolutionäre Situation entstehe dann, wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen. Dieser Satz wird Lenin zugeschrieben. Er klingt so einleuchtend, dass sich offenbar niemand gern die Mühe macht, die Fundstelle zu nennen. Deshalb wird hiermit eine Suchanzeige aufgegeben. Einsendungen bitte an die Redaktion.
Für sich genommen klingt der Satz ohnehin zwar dramatisch, aber doch auch oberflächlich. Zum Beispiel: Was geschieht, wenn die oben nicht mehr können, die unten zwar nicht mehr wollen, aber ebenfalls nicht können? Im „Manifest der Kommunistischen Partei“ von 1848 sprachen Marx und Engels für diesen Fall vom gemeinsamen Untergang der Klassen. Auch das lässt sich also denken und der Beleg sich unschwer nennen: MEW 4, S. 462.
Noch ein Zitat: Pflicht des Revolutionärs sei es, die Revolution zu machen. Che Guevara. Auch hier wird um Bekanntmachung des Belegs an oben genannte Adresse gebeten. Es klingt voluntaristisch. Voraussetzung wäre ja wohl doch das Bestehen einer revolutionären Situation. 1967 gab es die in Bolivien, wo Che Guevara umgebracht wurde, offenbar nicht. Durch die These vom Nichtkönnen und Nichtwollen ist sie weder herstell- noch ausreichend beschreibbar.
Krisen
Gern behilft man sich hier mit dem Hinweis auf ökonomische Krisen als Revolutionsvoraussetzungen. Marx dachte zunächst so. Die europäischen Revolutionen von 1848 waren für ihn Folge der Wirtschaftskrise von 1847. Als diese schließlich durch einen neuen Aufschwung behoben war, versuchte er in der Londoner Emigration die ehemaligen Revolutionsoffiziere, die ständig ihre Flinten in Bereitschaft hielten, durch folgende Behauptung zu mehr Realitätssinn anzuhalten: „Eine neue Revolution ist nur möglich im Gefolge einer neuen Krisis. Sie ist aber auch ebenso sicher wie diese.“ (MEW 7: 98) Den heißspornigen Emigranten passte das nicht. Sie wanderten lieber in die USA aus. Da gab es noch etwas zu schießen, zum Beispiel im Bürgerkrieg von 1861 – 1865. Falls dieser etwas mit Revolution gehabt haben sollte, eröffnen sich für unsere Überlegungen neue Perspektiven. Dazu später.
Marx jedenfalls wollte zunächst vom Zusammenhang zwischen Wirtschaftskrise und Revolution nicht lassen. Als 1857 eine weltweite Rezession ausbrach, wurde er munter. Engels, ein begeisterter Reiter, sah sich wohl schon an der Spitze einer revolutionären Kavallerie durch den Schwarzwald reiten und nachholen, was in der Reichsverfassungskampagne von 1849 versiebt wurde.
Es wurde ein Flop. Die Weltwirtschaftskrise von 1857 verlief völlig unrevolutionär. Marx verfiel in tiefes Nachdenken, das zu uns zu einem neuen Zitat führt. Zum Rest des Beitrags »
ShareKarl May – Hungerkünstler & Tramp; Traumtänzer, oder Der lange Weg nach Dschinnistan
von Georg Seeßlen in Gesellschaft, Leben am 30. März 2012
„Einen Weißen? … Aber das ist fürchterlich!“ –
„Nicht fürchterlicher, als wenn man einen Schwarzen verkauft. Mensch ist Mensch.“
(Waldröschen 1883)
Was eigentlich ist „deutscher“: Dass Karl May, inneren und äußeren Zwängen zufolge, nicht in den Ländern war, über die er schrieb, oder dass das erst mal immer das wichtigste ist, was man im Land der Besserwisser anmerken zu müssen meint. War Stanislav Lem vielleicht im Weltall? War Franz Kafka in Amerika? War Winsor McCay in Slumberland?
Karl May war ein Impostor, eine Mischung von Hochstapler und Traumtänzer, von Anfang an. Er kam aus ziemlich elenden Verhältnissen, die Eltern arme Weber (alle Ersparnisse hatten sie in die Ausbildung des Sohnes zum Lehrer gesteckt – und verloren) und wollte alles sein, nur nicht er selbst. Es sind die beiden Gesten, wenn Gewalt aus welchen Gründen auch, nicht zur Verfügung steht, mit denen der Zukurz-Gekommene sich von der Kultur der Gewinnerbürger nehmen will, was ihm zusteht, der Diebstahl und die Hochstapelei. Karl May klaute, Karl May war als Zechpreller unterwegs, Karl May gab sich als Polizist, Advokat, Richter, gar Generalstaatsanwalt und Augenarzt aus – als bürgerliche Autoritäten mithin. Karl May tingelte mit einer Theatergruppe durchs Land, Karl May wurden „geistige Erkrankungen“ und „Bewusstseinsstörungen“ zugeschrieben. Ins Zuchthaus für vier Jahre kommt er wegen „Landstreicherei“. Ein fachgerecht verpfuschtes Leben; es kommt nur darauf an, wer da pfuscht, der Drifter zwischen Wahn und Wirklichkeit, oder eine bürgerliche Gesellschaft, die sich in der Mischung von Gefühlskälte und Sentimentalität nicht stören lassen will. Zum Rest des Beitrags »
ShareRobert Harris: Dr. Hoffmann
von Georg Fülberth in Gesellschaft am 30. März 2012
Die Hauptfigur des Thrillers „Angst“ von Robert Harris, Dr. Alexander Hoffmann, ist promovierter Physiker und Eigentümer eines Hedgefonds.
Da ist wohl eine literaturgeschichtliche Dissertation mit dem Titel „Das Bild des Physikers in der Schönen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts“ fällig. Vielleicht gibt es sie schon.
Den Beginn könnte Brechts „Galilei“ machen. Später ließ sich der Dichter zu einer Pöbelei über den „berüchtigten Einstein“ herbei. Dürrenmatt schrieb das Drama „Die Physiker“. In einem apokalyptischen deutschen Film der fünfziger Jahre schreit eine Figur ihr Entsetzen darüber hinaus, dass die besten Gehirne an der Vernichtung des Erdballs arbeiteten. Viele haben Heinar Kipphardts Drama „In der Sache J. Robert Oppenheimer“ gesehen.
Gemeinsamer Bezugspunkt war die Gefahr des Atomkriegs. Physikern war eine gesellschaftliche Funktion zugeschrieben worden, die sie in der Regel – eine Ausnahme mag Edward Teller gewesen sein – nicht gewollt haben. Zum Rest des Beitrags »
ShareKunstmesse im Emirat Dubai
von Ingo Arend in Gesellschaft, Leben am 28. März 2012
Die andere Seite des Paradieses
Im Emirat Dubai trifft sich die Elite am Golf zum Luxus-Shopping. Die Kunstmesse spiegelt auch die politischen Umbrüche einer Zukunftsregion.
Sandsäcke in einem Luxushotel. Auf den ersten Blick nahm sich der braune Bunker im Madinat Jumeirah einigermaßen seltsam aus. Der indonesische Künstler Setu Legi hatte ein paar Dutzend von ihnen in dem sündhaft teuren Komplex am Strand von Dubai zu einer Art Bunker aufgeschichtet.
Drei Tage bestaunten die Besucher der Art Dubai, die hier vergangene Woche Quartier genommen hatte, den düsteren Block. Mit Auftragsarbeiten wie diesen wollen Kunstmessen kritisches Bewusstsein demonstrieren und ihren Kommerzcharakter veredeln. Und ein sinnfälligeres Zeichen für die schizophrene Situation in der Golfregion, in der die junge Messe hier seit 2007 alljährlich veranstaltet wird, hätte Legi kaum finden können: das Nebeneinander von Wohlstand und Krieg. Das Morden in Syrien beherrschte auch in Dubai die Schlagzeilen.

Art Dubai-Direktorin Antonia Carver und Sheikh Mohammed bin Rashid al Maktoum, Herrscher von Dubai, Vizepräsident und Premierminister der Vereinigten Arabaischen Emirate (UAE) beim Eröffnungs-Rundgang der Art Dubai 2012. Courtesy Art Dubai
Ästhetisch betrachtet war auch die sechste Ausgabe der Art Dubai keine Demonstration der Avantgarde. Großflächige Malerei und spektakuläre Skulptur beherrschten das Feld bei den 74 Galerien aus 32 Ländern. Viele Händler spekulierten auf den erwartbaren Geschmack der betuchten Kundschaft. Wie man an Heinz Macks polierter Goldskulptur „Sahara-Star“ von 2010 sehen konnte.

Hallenansicht: Arbeiten von Hassan Sharif und Luis Camnitzer am Stand der Galerie Alexander Gray Assoc., New York. Courtesy: Art Dubai
Betuchte Kundschaft
Konzept- und Videokunst oder Installationen musste man mit der Lupe suchen. Dass ein Pionier der emiratischen Kunstszene wie der 1951 in Dubai geborene Hassan Sharif, ein Konstruktivist, der schon in den achtziger Jahren Fluxus-Performances in der Wüste veranstaltete, nur mit ein paar Werken und noch dazu von der New Yorker Galerie Alexander Gray vertreten wurde, war Indiz für den Geschmack des eleganten Businessadels, der die Hallen zur Eröffnung flutete. Zum Rest des Beitrags »
ShareDemokratischer Opportunismus (Willi Münzenberg)
von Henryk Goldberg in Gesellschaft, Leben am 27. März 2012
Ich bin der, der immer zu früh kommt. Am Donnerstag eine Verabredung im Erfurter Augustinerkloster, zu früh und Frühling, Spaziergang also.
So entdeckte ich das Schild. „Hier stand das Geburtshaus von Willi Münzenberg 1889 – 1940. Publizist im Widerstand gegen Hitler und Stalin“.
Ich weiß so ungefähr wer Willi Münzenberg war. Was aber wird wohl ein Mensch denken, der es nicht weiß? Das war, wird er denken, ein liberaler Publizist, ein bürgerlicher Demokrat. Und genau das war der Mann nicht.
Willi Münzenberg war, von 1924 bis 1933, Mitglied des ZK der KPD. Und er war, dass vor allem, einer der einflussreichsten Kommunisten der Weimarer Republik. Er konnte, was Kommunisten selten konnten: Zeitungen machen, die Menschen lesen wollten. Er gründete und leitete einen der größten Medienkonzerne jener Zeit. Weil er später Stalins These vom „Sozialfaschismus“ der SPD nicht mittrug, wurde er aus der KPD ausgeschlossen und beging, nach allem, was man weiß, 1940 in Frankreich Selbstmord. Willi Münzenberg war ein Mann, der nicht bereit war, jede taktische Wendung seiner Partei zu benicken, aber er war doch und vor allem: Kommunist.
Diese Inschrift unterstellt eine Gleichrangigkeit des Widerstandes gegen Hitler und Stalin, sie unterlässt jeden Hinweis auf den Standort Münzenbergs. Glaubte da jemand, man müsse das so machen? Und: Hatte er recht? Und: Begreift jemand, wie peinlich das ist? Dieser deutsche demokratische Opportunismus.
Henryk Goldberg (Thüringer Allgemeine 27.03.2012)
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„Wir müssen die Jets auf den Boden holen“ (Interview mit Sighard Neckel)
von Ingo Arend in Gesellschaft, Leben am 24. März 2012
Klassengesellschaft
„Im Finanzkapitalismus kehren vormoderne Sozialformen wieder”, sagt der Soziologe Sighard Neckel. Wer reiche Eltern hat, wird reich, wie im Feudalismus. Gegen die Herrschaft der globalen Finanzelite hilft nur eine neue Wirtschaftsethik.
taz: Herr Neckel, wissen Sie, wer Anshu Jain ist?
Sighard Neckel: Ja, der künftige Ko-Chef der Deutschen Bank.
Jain soll in fünf Jahren in London beim Investmentbanking 16 Milliarden Dollar für die Deutsche Bank verdient haben. Ist er ein Sinnbild für den Kasinokapitalismus?
Ja, weil er einen neuen Typ von Wirtschaftslenker verkörpert. Es gab im Beginn des Industriezeitalters den paternalistischen Unternehmer, der autoritär wie ein Vater regierte und für seine Beschäftigten sorgte. Zum Rest des Beitrags »
ShareReisewelten: Malawi (4)
von Michael Scholten in Gesellschaft, Leben am 21. März 2012
Sonntag, 17. August 2008
Karonga
Der Koch der Mufwa Lodge stellt einen neuen Rekord in Langsamkeit auf. Oliver, ein reisender Lehrer aus Heidelberg, der Karonga heute verlassen wird, und ich sitzen schon über eine Stunde im Restaurant, doch die einzige Frühstücksvariante, bestehend aus Spiegelei, Pommes, Weißbrot und Nescafé, findet einfach nicht ihren Weg auf unseren Tisch. Weil wir eh noch Reisetipps austauschen – Oliver informiert mich über Tansania, ich informiere ihn über Malawi und Mosambik – können wir die Wartezeit verschmerzen. Weniger witzig finden wir die Bitte einer Hotelangestellten, ob wir schon jetzt unsere Zimmer räumen können, weil die geputzt werden sollen. Außerdem teilt sie mir mit, dass ich nun doch keine weitere Nacht in der Lodge bleiben kann, weil die ab heute ausgebucht sei. Gestern war das noch nicht der Fall.
Wir räumen unsere Zimmer demonstrativ nicht vor zehn Uhr, was der offiziellen Check-out-Zeit der Mufwa Lodge entspricht. Ich ziehe in die benachbarte Club Marina Lodge, nachdem ich den Preis von 30 auf 20 US Dollar pro Nacht runterhandeln konnte. Der Weg ins Zentrum, den wir gestern noch per Fahrradtaxi zurückgelegt haben, wird heute per Fuß bestritten. Oliver und ich wundern uns über die eigenwillige Architektur vieler Häuser und Geschäfte in der Altstadt von Karonga. Die bunten Betonfassaden gleichen einer Westernstadt.
Oliver steigt um 11.30 Uhr in den Bus nach Mzuzu, von wo aus er nach Nkhata Bay umsteigen wird, um ab morgen mit dem Motorschiff Ilala auf dem Malawisee Richtung Süden zu fahren. Ich schlage in den hiesigen Läden und auf dem Markt zweieinhalb Stunden tot, weil der Hauptgrund für meinen Besuch in dieser Stadt sonntags erst um 14 Uhr öffnet: das beste Museum des Landes. Offizieller Name: Cultural and Museum Centre Karonga.
Die Ausstellung umfasst 240 Millionen Jahre und trägt den Untertitel „Von Dinosauriern zur Demokratie”. Entscheidenden Anteil an dem Museum hat der deutsche Paläontologe Friedemann Schrenk. Er kam in den 1980er Jahren erstmals nach Malawi und fand mit seinem Grabungsteam nahe Karonga fossile Überreste des Paranthropus boisei und des Homo rudolfensis. Letzterer wird „Uraha Man” genannt, weil sein Unterkiefer 1991 im nahen Uraha entdeckt wurde. 2,5 Millionen Jahre ist das Fundstück alt und sein früherer Besitzer somit das älteste Mitglied der Spezies Homo überhaupt. Malawi und vor allem Karonga dürfen sich seither „Die Wiege der Menschheit” nennen. Zum Rest des Beitrags »
ShareBundespräsidentschaftskandidat Gauck
von Georg Fülberth in Gesellschaft am 16. März 2012
Der Tiefflieger
Vor dreißig Jahren schrieb Hermann L. Gremliza: „Zieht ein Gewitter auf, fliegen die Pfaffen tief.“ Wer Christenmenschen unter seinen Freunden hat, zitiert das nicht gern. Aber die Wahrheit darf nicht vertuscht werden.
Just dies jedoch gehört zu den Aufgaben der Bundespräsidenten. Die beiden vorigen haben in dieser Sparte versagt. Köhler, aus der mittlerweile diskreditierten Finanzbranche kommend, plauderte zu allem Überfluß auch noch aus, daß die Bundeswehr für die Wahrung nationaler ökonomischer Interessen am Hindukusch stehe. Und Wulff konnte nicht verstecken, daß das Kapital die Politik regiert.
Die Funktion von Ideologie ist, daß sie die Wirklichkeit in umgekehrter Form exakt wiedergibt. Zur Zeit haben Ethik-Kommissionen Konjunktur, und in den Unternehmen gibt es sogenannte Compliance-Vorschriften, die lauten: Auch im Bordell müssen Sitte und Anstand gewahrt sein.
Gaucks Nominierung zum Bundespräsidenten paßt da gut. Und auch zu anderem: Seit einiger Zeit fällt auf, daß die BRD sich fast nur noch dadurch über sich selbst zu verständigen weiß, daß sie sich demonstrativ über ihre vergangene sozialistische Gegenwelt hermacht: Zum Rest des Beitrags »
ShareDocumenta-Werbung auf der ITB
von Ingo Arend in Gesellschaft am 11. März 2012
Vielleicht doch Kunst
Die Spannung auf die 13. Documenta wächst. Ihre Macher werben auf der Tourismusbörse mit vagem Mantra und klarem „Maybe“ für das wichtigste Kunstereignis der Welt.
Eine Frau mit blonder Löwenmähne, die an einem tropischen Baumstamm lehnt, im Hintergrund lockt dunkel schimmerndes Grün. Das Bild, das die Kasseler Marketinggesellschaft am Freitag in der „Culture-Lounge“ der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) werbewirksam auf eine Leinwand projizierte, passte perfekt zur Location.
Denn für eine Touristenattraktion wirbt Carolyn Christov-Bakargiev, italienisch-bulgarisch-amerikanische Chefin der 13. Documenta, ja auch. Alle fünf Jahre pilgern eine knappe Million Besucher aus aller Welt in die nordhessische „Metropole“. Und bei aller Kunstliebe: Auf eine bestimmte Art ist das wichtigste Kunstereignis der Welt ja auch eine Mischung aus Dschungelcamp und Erlebnisurlaub. Zum Rest des Beitrags »
SharePerfekte Workaholics am Tatort
von Ines Kappert in Gesellschaft, Leben am 9. März 2012
TV-Kommissarinnen müssen sich kaum noch gegen sexistische Kollegen wehren. Dafür haben sie ein anderes Problem: Sie sind makellos.
„Hab ich da was?“ Lächelnd und mit leiser, amüsierter Stimme weist Nina Kunzendorf in ihrem ersten Auftritt als „Tatort“-Ermittlerin namens Conny Mey einen schmierigen Kollegen zurecht, der, anstatt ihr zuzuhören, auf ihr imposantes Dekolleté starrt. Mehr ist nicht nötig, der Kollege senkt den Blick, Mey hat gewonnen. Weibliche Souveränität sells.
Noch nie gab es so viel weibliches Führungspersonal in der deutschen Fernsehunterhaltung: die Kommissarinnen, die Chefinnen sind da. 2012 sind die Hälfte der ErmittlerInnen bei der Deutschen Lieblingssendung, dem „Tatort“, weiblich, und auch das ZDF setzt mit „Die Chefin“ oder „Flemming“ auf die unbeirrbare Frau, die selbst hochschwanger auf Verbrecherjagd geht. Entscheidungsstark, leistungsfähig und unbestechlich vertreten die Beamtinnen Staat und Recht.
Ausgerechnet der Krimi, der mit seinen Geschichten von Mördern und Polizisten bislang männliches Terrain absteckte, transportiert aktuell wie kein anderes Unterhaltungsgenre ein positives Bild von der selbstbestimmten Frau mit Führungskompetenz. Tendenz der Einschaltquoten: steigend. Warum ist die Hüterin des Rechts derzeit so beliebt? Was erzählt uns der Kommissarinnen-Boom und vor allem: Was hat die aktuelle Repräsentation weiblicher Stärke mit Selbstunterwerfung zu tun? Zum Rest des Beitrags »
ShareAm Weltfrauentag ehrt Frauenministerin Kerstin Schröder zwei Männer
von Ines Kappert in Gesellschaft am 8. März 2012
Ich mag sie, unsere Frauen- und Familienministerin. Sie möchte so gern anders sein als alle ihre Vorgängerinnen und wenigstens ein bisschen Geschichte schreiben. Am Weltfrauentag, hat sie sich daher überlegt, stelle ich mich nicht hin und bete nach, was die Frauenbewegung alles erreicht hat und was noch vor “uns” liegt. Kommt nicht infrage, das machen ja alle. Ich bleibe standhafte Männerversteherin, und am Frauentag kriegen zwei engagierte Väter 5.000 Euro. Zwei werden sich finden, das schafft mein Büro schon, das klappt. Ich übernehme die Schirmherrschaft.
Hat sie recht behalten? Ja, hat sie. Zwei Männer haben die Kinderbetreuung übernommen, ihre Frauen machen indessen Karriere. Jetzt kriegen diese Spitzenväter noch ein bisschen Taschengeld und kaufen ihrer Familie lebenslang ein Eis aus eigener Tasche. Sie sind jetzt Vorbild und werden all die Banker und Unternehmer mit ihren 50, 60, 70 Stundenwochen (oder waren es hundert?) beeindrucken.
Die Spitzenväter werden bei den Spitzenverdienern eine Sehnsucht nach dem einfachen Leben wecken, nach dem, um was es eigentlich geht, nämlich das Leben wieder mit Kinderaugen zu sehen. Alsbald werden sie das Berufsleben so umgestalten, dass keine Karriere mehr zwischen Kind und Eltern steht, alles wird gut.
Im Moment sieht es ja auch wieder ganz gut mit der Koalition aus, also dürfte uns Frau Schröder noch mindestens zwei Jahre erhalten bleiben. Womit wir beim 11. November wären. Weltweit, fast, wird an diesem Tag der Männertag begangen: in Trinidad und Tobago hat es 1999 begonnen, und inzwischen sind Jamaika, Australien, Indien, die USA, Singapur, Malta, Südafrika, Ungarn, Irland, Ghana, Kanada und Dänemark mit von Partie. Deutschland fehlt.
Aber nicht mehr lange, Frau Schröder, oder? Es wäre die Gelegenheit, an dem Gedenktag für die Benachteiligung von Männern und Jungen zwei Frauen mit sieben Kindern in Spitzenpositionen auszuzeichnen. Frau von der Leyen mögen Sie zwar nicht, aber sie kennen Sie immerhin schon. Der Rest findet sich.
Ein Kommentar von Ines Kappert, taz 08.03.2012
Bild: Dr. Kristina Schröder – Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; CC BY-SA Laurence Chaperon
ShareDas Frauentagsopfer
von Henryk Goldberg in Gesellschaft am 8. März 2012
Warum Henryk Goldberg heute keine Blumen kauft
Nein, ich werde wieder keine Blumen kaufen. Daran kann man zum einen deutlich erkennen, dass ich mich durch das Regime nicht habe indoktrinieren lassen. Zum andern bin ich ein Opfer sexueller Belästigung gelegentlich eines 8. März.
Dieser 8. März war früher, Sie wissen schon: früher, so etwas wie Vatertag für Frauen. Eines schlimmen Märztages, das Theater Erfurt war auf Abstecher in Arnstadt, muss irgendwie der Bus ausgefallen sein, mit dem sie uns Kulissenschieber wieder nach Hause fuhren, wenn die Kulissen abgebaut waren. Und irgendwie müssen sie dann diesen anderen Bus aufgetrieben haben, der uns mitnahm.
Darinnen befanden sich bereits fröhliche Bürgerinnen, rückkehrend von der Frauentagsfeier, bei welcher Gelegenheit wohl der eine oder andere Eierlikör zur Verteilung gelangt sein musste. Ich trug, wir kamen von der Arbeit, eine Fellweste über dem Unterhemd und Jeans mit Löchern.
„Hallo, Kleiner!“, begrüßten die Damen mich, 18, 19 Jahre alt, launig und begannen, meine sexuelle Verwertbarkeit zu diskutieren, nicht ohne mich gelegentlich um Bestätigung oder Verneinung ihrer heiter angestellten Vermutungen zu bitten. Vielleicht habe ich auch deshalb damals nie einem Mädchen hinterher gepfiffen: weil ich ahnte, wie es sich anhört.
Ich bin für alles was hilft, sogar für die Quote, sogar und vor allem in Zeitungen.
Aber ich kaufe keine Blumen.
Henryk Goldberg, Thüringer Allgemeine 08.03.2012
Bild: Plakat zum Internationalen Frauentag in der DDR, 1954
Share„Man darf konservativ sein“ – Interview mit Wolfgang Benz
von Ines Kappert in Gesellschaft, Leben am 7. März 2012
Antisemitismus-Forscher über Gauck
Das Geschichtsbild von Gauck ist nicht reaktionär, sondern spiegelt eine Durchschnittsmeinung wider, findet Wolfgang Benz. Gespräch über Atheisten, den Holocaust und Sarrazin.
taz: Herr Benz, im Moment wird hart über die Eignung von Joachim Gauck für das Amt des Bundespräsidenten diskutiert. Unter anderem wird ihm die Verharmlosung des Holocausts vorgeworfen. Hintergrund ist eine Rede von 2006. In dieser stellt Gauck eine „Tendenz zur Entweltlichung des Holocausts“ fest. Wie interpretieren Sie diese Aussage? Zum Rest des Beitrags »
SharePeinliche Party
von Henryk Goldberg in Gesellschaft am 7. März 2012
Henryk Goldberg will auch nicht zum Zapfenstreich
Also mich hat ja niemand gefragt. Außerdem will ich am Donnerstagabend ins Kino. Aber wenn Sie nichts vorhaben, fahren Sie doch morgen nach Berlin. Da hat einer eine Party und freut sich über jeden Besucher.
Es haben nämlich schon viele abgesagt. Walter Scheel zum Beispiel, Roman Herzog, Richard von Weizsäcker und Horst Köhler. Die haben alle mal die Tätigkeit ausgeübt, von der Christian Wulff jetzt verabschiedet wird. Eigentlich ist es üblich, unter Kollegen Bundespräsidenten, da mal vorbeizuschauen. Aber es gilt wohl inzwischen als ehrenrührig, sich mit dem Mann sehen zu lassen, der nächstens seinen Ehrensold überwiesen bekommt. Auch und gerade unter Menschen, die ebenfalls einen Ehrensold beziehen. Aber den hat niemand infrage gestellt, da es sich um Menschen von Ehre handelt. Zum Rest des Beitrags »
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