Transparenzforderungen ohne Relevanzfilter sind Augenwischerei
von Ines Kappert in Gesellschaft am 19. Januar 2012
Voyeuristen, nicht Aufklärer
In der Finanzkrise, in der Eurokrise, beim Klimawandel, ach, bei all diesen großen Fragen der Zukunft verhaspeln sich die Medien gern mal bei der Fehleranalyse. Alles so komplex hier. Dieser Tage aber weiß die Presse, zumal die Hauptstadtpresse wieder, worum es geht, dieser Tage ist sie siegesgewiss und schießt aus vollen Rohren: Transparenz for President! Diesmal kann nichts schiefgehen.
400 Fragen wurden Christian Wulff bereits vorgelegt. Sie alle und noch mehr müssten beantwortet werden, darauf habe die Öffentlichkeit ein Anrecht. Denn jetzt wird nicht mehr geschummelt. Jetzt wollen wir alles: die Abschrift, das Tondokument, jetzt wird durchleuchtet, jetzt wollen wir die Kontrolle und die Durchsicht und das Datum deines Hochzeitstages und die Herkunft des Bobbycars für deinen Sohn, dann haben wir nämlich wieder den Überblick. Zum Rest des Beitrags »
ShareDie Arroganz der Macht -”Gutmensch”
von Henryk Goldberg in Gesellschaft am 19. Januar 2012
Meldung Das „Unwort des Jahres 2011“ heißt „Döner-Morde“. Auf Platz 2 landete das Wort “Gutmensch”. Mit dem Ausdruck werde “insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des guten Menschen in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren”, urteilte die Jury und sprach von einem Widerspruch gegen die “Grundprinzipien der Demokratie”.
Henryk Goldberg würde gern den „Gutmensch“ begraben
Mein Unwort des Jahres 2011 wäre es nicht gewesen. Allein mit dem mir dafür verfügbaren Instrumentarium, mit dem Gefühl für Moral und Sprache also, hätte ich die „Döner-Morde“ nicht als einen anstößigen Begriff empfunden.
Mag sein, man muss ein Gutmensch sein dafür.
Und genau dieses Wort, der diesjährige zweite Platz, ist seit Langem mein Favorit für ein Unwort des Jahres. Denn es wird in der Regel so gebraucht, wie ich es, zur Demonstration, hier gebraucht habe: Als polemischer Kampfbegriff.
Es ist ein Wort, in dem sich Arroganz und Anmaßung manifestieren. Zum Rest des Beitrags »
ShareBunker in Polen
von Henryk Goldberg in Gesellschaft am 19. Januar 2012
Also, in Thüringen wird das ja immer schwieriger. Wenn unsere demokratischen Nazis irgendwo ein Stückchen Land pachten oder eine hübsche Immobilie erwerben wollen, dann kommt jetzt neuerdings immer irgendjemand vom System und macht ihnen das link unter irgendeinem Vorwand. Dabei wollen unsere braunen Freunde doch nur ein bisschen das Liedgut pflegen (deutsche Texte!) und sich, mit fest geschlossenen Reihen, ein paar lustige Trickfilme anschauen, mit Panthern oder so.Also, die deutschen Landsleute machen da jetzt immer so ein Gedöns wegen dieser harmlosen Kameradenabende, das ist ärgerlich. Aber diese streng pluralistische Kolumne ist für alle da, und deshalb hat sie einen Tipp für die Kameraden an der Heimatfront.
Nämlich in Ostpreußen, oder Polen wie sie heute meistens sagen, genauer, in Rastenburg, das die heute dort Einheimischen Ketrzyn nennen.
Na? Genau!
Die Polen suchen nämlich einen Pächter für die Wolfsschanze. Sie wissen schon, Führerhauptquartier, Barbarossa. Heiliger Boden, deutsche Erde. Die könnten die Kameraden doch pachten. Und dort einige passende Informationen anbringen über diese ehrvergessenen Offiziere um diesen Oberst, der die Ehre des deutschen Waffenrocks beschmutzte.
Die Ausschreibung endet am 27. Januar.
Henryk Goldberg, Thüringer Allgemeine 19.01.2012
Bild: Ruine des Hitlerbunkers in der Wolfsschanze, CC-BY-SA-2.0 Buschaot
Occupy und Demokratie
von Steffen Vogel in Allgemeines, Gesellschaft am 18. Januar 2012
Die Weisheit der Vielen
Prostestbewegungen sind populär – das Jahr 2012 verspricht mehr davon. Derweil kürte das “Time Magazine” den Demonstranten zur Person des Jahres 2011.
Erinnert sich noch jemand an die Jahre, als Engagement hierzulande wenig galt? Wer Aktivisten damals als wohlbehütete Naivlinge abtat, brauchte keinen nennenswerten Widerspruch fürchten. Das scheint vorbei, seit Protestbewegungen in der arabischen Welt Diktatoren gestürzt, in Südeuropa Plätze besetzt und vor der Wall Street Zelte errichtet haben. Kürzlich hat das Time Magazine den Demonstranten zur Person des Jahres 2011 gekürt.
Viel wohlwollende Aufmerksamkeit erfährt auch die deutsche Occupy-Bewegung. Das mag überraschen: Bleibt sie nicht programmatisch sträflich vage? Werden ihre Demonstrationen nicht von Mal zu Mal kleiner? Auch am Sonntag kam der Protest zwar vielfältig und kreativ daher.
Aber der Andrang auf dem Berliner Boulevard Unter den Linden hielt sich deutlich in Grenzen. Dennoch bleibt zu erkunden, woher die Sympathien für diese Proteste rühren – und worin die Verdienste dieser Bewegung bestehen.
Indirekt hat Angela Merkel bereits im vergangenen September eine Antwort auf diese Fragen geliefert. Zum Rest des Beitrags »
ShareAuszüge aus Adolf Hitlers “Mein Kampf” in deutschen Zeitschriftenläden
von Jörg Magenau in Gesellschaft am 17. Januar 2012
Meldung Hitlers “Mein Kampf” soll an Zeitungskiosken verkauft werden
Der britische Verleger Peter McGee will ab Ende Januar Auszüge aus dem Buch “Mein Kampf” von Adolf Hitler in deutschen Zeitschriftenläden verkaufen. “Es ist längst überfällig, dass eine breite Öffentlichkeit die Möglichkeit bekommt, sich mit dem Originaltext auseinanderzusetzen”, sagte McGee dem “Spiegel”.
McGees Verlag sorgte bereits 2009 für Debatten in Deutschland, als er Nachdrucke von Nazi-Postillen wie “Der Angriff” oder der “Völkische Beobachter” an die Kioske brachte. Bei “Mein Kampf” soll Hitlers Prosa kritisch kommentiert werden, wie das Magazin weiter berichtet. Veröffentlicht würden zunächst drei Ausgaben einer jeweils rund 15-seitigen Broschüre. Insgesamt 100.000 Exemplare sollen gedruckt werden. dapd 15.01.2012
Die Vergangenheit lässt sich nicht in gut gemeinten Dokumentationen bewältigen, wenn die Konfrontation mit der Quelle aus Furcht unterbleibt. Ein Kommentar von Jörg Magenau
Hitler ist allgegenwärtig. Kaum ein Abend, an dem er nicht irgendwo im Fernsehen erscheint, ob auf dem Obersalzberg mit Hund und Eva Braun und neuerdings auch in Farbe, oder als fuchtelnder, brüllender Redner auf dem Nürnberger Reichsparteitag. Wir kennen nicht nur seine Generalstabschefs und Propagandisten, sondern auch seine Sekretärinnen und seine Friseure. Wir sehen mit Hakenkreuzfahnen geschmückte deutsche Städte und dann die zerbombten Straßenzüge und ausgemergelte Häftlinge in von Alliierten befreiten KZs. Wir wissen um den nationalsozialistischen Irrsinn, der in einer allabendlichen Doku-Wiederholungsschleife volkspädagogisch wertvoll aufgehoben ist. Zum Rest des Beitrags »
ShareKeiichi Tanaami: Pop-Art aus Japan (Ausstellung)
von Steffen Vogel in Gesellschaft am 13. Januar 2012
Che Guevara auf den entblößten Brüsten
Pop-Art: Der japanische Künstler Keiichi Tanaami gilt als Vorläufer der japanischen Pop-Art. Seine frühen Werke, die jetzt in Berlin zu sehen sind, schwanken zwischen Gegenkultur und weiblichem Akt
1969 spielt Keiichi Tanaami mit den Zeichen der Revolte. In einer Arbeit des japanischen Künstlers aus diesem Jahr überragt Ho Chi Minh eine Gruppe von westlich gekleideten Menschen. Ihre Körper sind wie für ein Gruppenfoto postiert, aber die Köpfe sind leer. Zwischen Haaransatz und Hals prangt Weißraum, nur von dünnen Wellenlinien durchzogen. Individuelle Konturen verleiht Tanaami allein dem Gesicht des vietnamesischen Unabhängigkeitskämpfers.
Darin mag zwar eine Kritik am Konformismus der westlichen Konsumkultur durchscheinen. Ein dezidiert politischer Künstler ist der 1963 in Tokio geborene Tanaami, der heute noch in seiner Heimatstadt lebt, aber nicht. Eher prägt seine Arbeiten aus den späten sechziger und frühen siebziger Jahren eine Aneignung von zeitgenössischen ikonischen Motiven: Comic-Superhelden und Cola-Werbung, King Kong und Janis Joplin sind auf seinen Collagen versammelt. Sie sind derzeit zusammen mit Zeichnungen und Storyboards aus diesen Jahren in der Galerie Gebrüder Lehmann zu sehen. Tanaami verarbeitet in diesen Werken seine Erfahrungen in den USA, die er 1967 mit Anfang Dreißig erstmals besuchte. Dort traf er Andy Warhol, probierte LSD und lernte die amerikanische Gegenkultur kennen. Zum Rest des Beitrags »
ShareNeuseeland (Reisewelten)
von Michael Scholten in Gesellschaft, Leben am 11. Januar 2012
Samstag, 8. September 2007
Auckland und Rotorua
Wo, bitte, geht’s zum Highway Richtung Süden? Ich verlasse das Parkhaus in Auckland, ohne vorher auf die Straßenkarte zu schauen. Immerhin weiß ich noch aus der letzten Woche, wo der Highway Nummer 1 Richtung Norden beginnt. Und dort, denke ich, muss er ja ebenfalls in die Gegenrichtung führen. Das tut er auch, allerdings kann ich partout keine Auffahrt finden. Ich fahre erst einmal nach Norden. Das hat den Vorteil, dass ich erneut die Harbour Bridge überqueren muss und am anderen Ufer die Skyline Aucklands fotografieren kann. Eine großartige Aussicht, die von dem 328 Meter hohen Sky Tower dominiert wird.
Meine Theorie geht auf: Nach kurzer Kurverei entdecke ich die Auffahrt Richtung Süden und folge den Schildern nach Rotorua. Der Ort ist bekannt für seine heißen Thermalquellen. Rund 35 Prozent der 68.000 Einwohner sind Maori, die den Ort zu ihrem Kunst- und Kulturzentrum erhoben haben. Schon von Weitem sehe ich weiße Rauchschwaden aus der Stadt steigen. Was aussieht wie ein Großbrand, ist ein Beleg dafür, dass Rotorua mitten im Vulkangebiet liegt. Überall dampft es aus der Erde, überall blubbert der Schlamm, überall stinkt es nach Schwefel und Sulfat.
Ich parke meinen Wagen gegenüber der Touristeninformation und buche für den nächsten Tag eine organisierte Tour durch Te Puia, die bekannteste Thermalregion der Stadt. Mein Hotel Kingsgate liegt nur einen Steinwurf davon entfernt. Ich spaziere die Fenton Road zum Stadtzentrum entlang. Unglaublich, wie viele Hotels, Motels und Privatunterkünfte es hier gibt. Wie an einer Perlenkette aufgereiht locken sie Touristen mit Leuchtreklamen. Fast alle bieten Bademöglichkeiten mit Wasser aus den heißen Quellen als besonderes Extra an.
ShareIch bin nicht Rappaport – Rassismusvorwürfe an Hallervorden
von Jörg Magenau in Gesellschaft am 11. Januar 2012
Meldung Am vergangenen Wochenende hatte am Berliner Schlosspark-Theater das Stück Ich bin nicht Rappaport Premiere. Seitdem geht es hoch her. Der Theater-Intendant Dieter Hallervorden sieht sich vor allem im Internet scharfen Anfeindungen ausgesetzt, weil in der Inszenierung der Schauspieler Joachim Bliese als Schwarzer geschminkt auftritt. Hallervorden hat sich inzwischen in einer Stellungnahme gegen die Rassismus-Vorwürfe verwahrt. (siehe auch Focus online)
Schwarz und Weiß – ein Kommentar von Jör Magenau

Dem Plakat ist die ästhetische Hilflosigkeit ebenso deutlich anzusehen wie die humoreske Harmlosigkeit des Unterfangens.
In der Comic-Serie „Die Simpsons“ gibt es eine Folge, in der ein Film in ländlicher Kulisse gedreht wird. Die Ausstatter am Set sind damit beschäftigt, Pferden schwarz-weiße Kuhfell-Muster aufzumalen. Auf die Frage: „Entschuldigung, aber warum nehmen Sie nicht echte Kühe?“ sagt der Requisiteur: „Kühe sehen in Filmen nicht wie Kühe aus, da muss man Pferde nehmen.“ – Am Berliner Schlosspark-Theater scheint die Lage ähnlich zu sein: Um einen Schwarzen darzustellen, hat man dort einen Weißen genommen und ihn schwarz angemalt. Dass das echter aussehen würde als ein echter Schwarzer, wird zwar niemand behaupten, der dort den schwarz eingefärbten Joachim Bliese neben Dieter Hallervorden gesehen hat. Aber offenbar, so das Theater, gab es eben keinen schwarzen Schauspieler in höherem Alter, der diese Rolle hätte übernehmen können. Und offenbar fällt es leichter, einen Weißen auf schwarz, als einen jüngeren Schwarzen auf alt zu schminken.
Ein bisschen seltsam wirkt das schon. Zur Erklärung teilt das Theater mit, das Stück „Ich bin nicht Rappaport“ sei seit der Uraufführung vor 25 Jahre an 40 deutschen Bühnen gespielt und dabei nur zweimal tatsächlich mit einem Schwarzen besetzt worden. „Wo ist 2012 das Problem, das es bis 2010 nicht war?“, fragt ein spürbar genervter Dieter Hallervorden in seiner schriftlichen Reaktion auf Kritiker im Internet, die massive Rassismusvorwürfe erheben. Sie beziehen sich allerdings nicht auf das Stück und die Inszenierung, sondern auf das zugehörige Plakat, das neben dem lustigen Grinse-Didi ein Gesicht zeigt, das eher zu einem schmutzigen Kohlenträger als zu einem schwarzen Amerikaner passt. Dem Plakat ist die ästhetische Hilflosigkeit ebenso deutlich anzusehen wie die humoreske Harmlosigkeit des Unterfangens. Es wirkt allenfalls lächerlich und unfreiwillig komisch. Aber rassistisch? Braucht es dafür nicht etwas mehr als einen Topf schwarzer Schminke? Zum Rest des Beitrags »
ShareDie neue Aufklärung aus dem Osten (Interview mit dem türkischen Soziologen Ali Akay)
von Ingo Arend in Gesellschaft, Leben am 10. Januar 2012
Religion und Prosperität – Über den Aufstieg der Türkei, die Angst von Erdogan und das neue Bagdad
Herr Akay, seit kurzem hängt der Türkei das Etikett „Turbostaat“ an. Wie erklären Sie sich den Aufstieg der Türkei zur Lokomotive der Weltwirtschaft?
Ali Akay: Er begann in den neunziger Jahren. Nach dem Fall der Mauer und dem Untergang der Sowjetunion kam die neue Bourgeoisie aus dem Osten nach Istanbul. 1992 wurde erstmals ein Satellit für privates Fernsehen und Radio in Betrieb genommen. Das Land öffnete sich, Istanbul wurde zum neuen Zentrum für die Länder des Balkans, des Mittleren Ostens und am Kaukasus. Die Stadt wurde eine Megalopole und ein ökonomisches Zentrum. Mit ihrer geopolitischen Lage wurde sie interessant für die neue Bourgeoisie, die sich in den Ländern des kommunistischen Blocks herauszubilden begann, und ein Knotenpunkt für die transnationalen Kapitalströme, die ihnen folgten.
Was bedeutete das für das geistige Klima?
Damals entstand ein Block gegen die traditionellen Kräfte des Staates. Der Diskurs damals war die Zivilgesellschaft. Und ihre Institutionen wurden zum Motor der Politik und der Wirtschaft. Der Erfolg von Erdogans AK-Partei erklärt sich auch daraus, dass sie diese Energien auf die Wirtschaft lenken konnte.
Die Kehrseite der sich selbst überschlagenden Prosperität ist die zunehmende Unfreiheit. Das prominenteste Beispiel ist die Verhaftung der beiden Journalisten Ragip Zarakolu und Ahmet Sik. Fast 70 Journalisten und Intellektuelle sitzen im Gefängnis. Orientiert sich die Türkei jetzt am chinesischen Modell?
Nein. Wer so argumentiert, müsste auch in den Kategorien der asiatischen Produktionsweise denken: ein starker Staat, der etwas Wohlfahrt gewährt. Es gibt keine wirklich große Ähnlichkeit zwischen China und der Türkei. Es gibt hier mehr als eine Partei. Und wir haben demokratische Wahlen.
Wie erklären Sie sich dann die anhaltende Repressionswelle?
Bis zum Sommer dachten die Intellektuellen in der Türkei, das kurdische Problem stehe kurz vor der Lösung. Es gab Gespräche zwischen der Regierung und dem inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan. Auch die liberalen Intellektuellen hielten enge Beziehungen zu Premier Erdogan, Präsident Gül und zur AKP. Über die Zeitungen tauschte man Ideen für eine neue Politik in der Türkei aus: gegen die Armee, gegen den starken Staat, über die Liberalisierung der Wirtschaft, die Lösung der kurdischen Frage. Liberale Zeitungen wie Taraf änderten dann aber ihre Position, die Kritik wurde wieder schärfer. Sie warfen Erdogan vor, sich wie ein Sultan zu benehmen. Nach den jüngsten Verhaftungen schieden sich die Wege endgültig. Zum Rest des Beitrags »
ShareStilfragen zu Christian Wulffs Interview
von Matthias Dell in Gesellschaft am 6. Januar 2012
Christian Wulffs Fernsehinterview war inhaltlich sehr dürftig. Wie die gesamte Präsentation. Doch gefehlt haben die Privaten. Denn die haben wenigsten Schuldenberater.
Ob Christian Wulff als Bundespräsident noch eine Zukunft hat, ist eine Frage, die sich schon deshalb nicht stellt, weil Christian Wulff genug damit zu tun hat, seine Gegenwart zu behaupten.
Sein Interview in ARD und ZDF lieferte einen eindrucksvollen Beweis von den Ungleichzeitigkeiten, die in unserer angespannten Mediengesellschaft herrschen: Bevor es überhaupt gesendet worden war, gehörte es schon einer Vergangenheit an, die Kommentatoren aus Medien und Politik bereits durch Einordnung bewältigt hatten.
Dazu muss man nicht einmal auf die dreistündige Verzögerung zwischen Aufzeichnung und Ausstrahlung abheben, die im Internet dazu genutzt worden war, Tonspur und Transkription des Interviews zugänglich zu machen. Es ist völlig ausreichend, sich die “Tagesschau” zu betrachten, die vor dem Gespräch von Wulff mit Ulrich Deppendorf (ARD) und Bettina Schausten (ZDF) bereits fast die Hälfte ihrer Zeit auf die Berichterstattung über etwas verwendete, das erst noch zu sehen sein würde. Zum Rest des Beitrags »
ShareKleine Fische
von Henryk Goldberg in Gesellschaft, Leben am 5. Januar 2012
Henryk Goldberg freut sich über korrektes Angeln
Das musste mal sein. Nun zeigt die deutsche Justiz Härte und Konsequenz. Bisher, das waren nur kleine Fische.
Sido zum Beispiel. Der Name stand ursprünglich für „Scheiße im Ohr“, was von dem Künstler korrigiert wurde in „Super-intelligentes Drogenopfer“, woran man erkennt, es handelt sich um einen Rapper. Der Mann hatte, unter anderem, einmal einen Prozess am Hals wegen Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung. Das Verfahren wurde eingestellt gegen 14.000 Euro.
Bushido zum Beispiel. Der Name kommt aus dem Japanischen und bedeutet „Weg des Krieges“, ohne Zweifel, auch ein Rapper. Der hatte auch mal einen Prozess, es ging auch um Körperverletzung, es wurde auch eingestellt, gegen 20.000 Euro.
Und jetzt waren die beiden Jungs gemeinsam angeln. Zwei Künstler, von denen der eine sagt „Ihr Österreicher habt uns da mal einen rübergeschickt, der uns Ordnung beigebracht hat!“ und der andere singt „Salutiert, steht stramm, ich bin ein Leader wie A.“ finden schon irgendwie einen Draht zueinander. Der „Kulturspiegel“ war dabei, ein Interview. Und Sido sagte, er gehe in Deutschland, ehe er saufen geht, manchmal angeln, ohne Angelschein. Und jetzt hat er eine Untersuchung am Hals, Fischwilderei. Zum Rest des Beitrags »
ShareStan Back – aus seinem Nachlass (I)
von Stefan Römer in Gesellschaft, Leben am 4. Januar 2012
Der Künstler und Musiker Stan Back ist vor drei Jahren in Costa Rica verschwunden.
Erklärung der Nachlassverwalterin Jules Beauregard
»Fast zu verglühen drohend, ganz nahe am Magma des kreativen Kerns, wenn es denn einen solchen gäbe. Diese Aufzeichnungen sind Fühler, die ganz tief, vielleicht zu tief in die Institution hinein tasten, in die Psyche und die sozialen Beziehungen, die selbst nichts anderes als die Institution konstituieren.« (Stan Back, im Kapitel: »Ich ist ein sensibler Fühler«)
Nur wenige Tage hatte ich das unbeschreibliche Vergnügen, mit dem Künstler Stan Back zusammenleben zu dürfen. Ich habe ihn auf einer Fähre in Costa Rica getroffen. Daraus entwickelte sich eine persönliche Beziehung. So kurz unsere Bekanntschaft war, so intensiv waren die in einem einsamen Stranddorf verlebten Tage. An einem Tag mit sehr hohen Wellen kam er nicht vom Surfen zurück. Da ich mit ihm das Hotelzimmer teilte, übernahm ich seine Habseligkeiten. Darunter befand sich auch sein Laptop, auf dem ich die hier veröffentlichten Dokumente fand – Texte, Fotografien, Videos, Zeichnungen und Musikaufnahmen. Offensichtlich war vieles von ihm für eine Publikation in einem Buch vorgesehen, denn sie waren mit editorischen Hinweisen versehen; allerdings handelt es sich insgesamt um ein Konvolut von etwa achthundert Seiten. Mir erscheint Stan Backs Nachlass wertvoll, weil er eine hohe Relevanz für die zeitgenössische Kunstdiskussion hat. Auf eine ganz spezielle Weise überwindet er die Grenze zwischen fiktiver Belletristik und theoretischem Sachtext in einer Art Selbst-Ethnographie. Nicht sein Ego stellt er dabei in den Mittelpunkt, wie es so oft in der Popliteratur geschieht, sondern die Sprache der menschlichen Beziehungen und deren Echos. In aufgezeichneten Gesprächen mit Freunden finden sich detaillierte Beschreibungen des zeitgenössischen Kunstbetriebs und in seinen Ängsten und seinen Interessen spiegelt sich die affektierte Deregulation des künstlerischen Lebens. Sein Selbst wird – so romantisch es klingt – zu einer existenzialistischen Raumsonde im Niemandsland künstlerischen Wettbewerbs. Zum Rest des Beitrags »
ShareDie Hitler-Box im Reichstag
von Jörg Magenau in Gesellschaft am 4. Januar 2012
Blechschaden
Hitler hat also eine Delle abbekommen. Das hat er ganz bestimmt verdient, und jeder, der mit dem Hammer oder sonstigem schweren Gerät auf ihn einschlägt, darf dabei mit allem Verständnis der Nachgeborenen rechnen. Nun ist aber nicht überall Hitler drin, wo Hitler draufsteht. Er ist ja kein Teufel aus der Kiste. Die Hitler-Box im Untergeschoss des Reichstages ist vermutlich leer. Und es ist nicht besonders klug, auf Symbole einzuprügeln oder Hitlers Namen aus einer Großinstallation austreiben zu wollen, die sich mit der keineswegs dellenfreien Geschichte des deutschen Parlaments befasst.
Das „Archiv der Abgeordneten“ von Christian Boltanski ist eine so schlichte wie geniale Installation. Der französische Künstler hat eine gewaltige Menge von schuhschachtelgroßen Metallkästen aufgeschichtet, um sie mit den Namen all der Abgeordneten zu beschriften, die von 1919 bis 1999 gewählt worden sind – Adolf Hitler und 286 NSDAP-Reichstagsabgeordnete vom März 1933 inklusive. Die Kästen sind so angeordnet, dass sie einen langen, bedrückend wirkenden Korridor ergeben und so wirken, als wären sie das Fundament des Gebäudes, auf dem das heutige Parlament ruht. Denn so funktioniert Geschichte: Das was ist, beruht auf dem, was war. Dass dazu in Deutschland auch Hitler und die NSDAP gehören, ist unschön, aber kaum zu bezweifeln. Man muss es aushalten. Zum Rest des Beitrags »
ShareZum 100. Geburtstag von Louise Bourgeois
von Carmela Thiele in Gesellschaft, Leben am 2. Januar 2012
Nicht für den Markt arbeiten!
Ihr Werk ist weiterhin aktuell: Auf der Art Basel Miami Beach Anfang Dezember widmete die Fondation Beyeler Louise Bourgeois eine Sonderpräsentation. Und dies ist nur ein letzter Ausläufer einer Vielzahl von Ehrungen, die der erst 2010 verstorbenen Bildhauerin zu Teil geworden sind. Ihre Bedeutung steht außer Frage. Wie sie jedoch durch eine immer größere Konzentration auf sich selbst zu einem einzigartigen Werk fand, erstaunt ihre Kritiker und Kritikerinnen bis heute. Ein Schlüssel liegt in der Tatsache, dass sie immer offen für Veränderung war. Die Frau, die am 25. Dezember ihren 100. Geburtstag feiern würde, durchlief erstaunliche Häutungen. So erscheint das Leben als Mutter dreier Söhne und Ehefrau eines bekannten Kunsthistorikers in New York der 1940er- und 1950er Jahre gänzlich unvereinbar mit ihren feministischen Performances in den 1970er Jahren oder mit ihrer steilen Karriere im hohen Alter.
Mag jedes dieser Leben seine Bedeutung für das vielgestaltige Werk gehabt haben, das die Tate Modern 2007 in London mit einer großen Retrospektive feierte, nichts nährte ihre Arbeit mehr als die Erlebnisse ihrer Kindheit. Louise Bourgeois wurde 1911 in Paris geboren, wuchs aber in Choisy-le-Roi an der Bièvre auf. Die Erinnerungen an die idyllische Flusslandschaft und die Werkstatt ihrer Eltern bewahrte sie sich bis ins hohe Alter. Die Schülerin half der Mutter früh bei der Restaurierung von Tapisserien, indem sie fehlende Teile zeichnete.
Diese Prägung wird am deutlichsten in ihren „Spinnen“, zum Teil gigantisch große Skulpturen, aus Stahl und Bronze, neben denen der Mensch klein und unbedeutend wirkt. Für die Künstlerin war die Spinne eine Metapher für ihre Mutter, die gelernte Weberin, die Bourgeois für ihre stoische Haltung bewunderte. Zum Rest des Beitrags »
ShareDer ganz große Sprung
von Ingo Arend in Gesellschaft am 2. Januar 2012
Beim überraschenden Wechsel Samoas in eine andere Zeitzone landete ein kompletter Tag auf dem Müllhaufen der Geschichte. Das Beispiel macht Mut für das neue Jahr.
Schwindende Gewissheiten. Mehr als für irgendetwas sonst steht das abgelaufene Jahr für die Erfahrung, dass nichts mehr stabil ist. 365 Tage rastloser Bemühungen, die Welt durch das Festhalten an dem besser zu machen, was der Menschheit unentbehrlich ist – und was ist das Ergebnis?
Griechenland: wird aufgelöst, der Euro: siecht dahin, die politische Moral: verwelkt. Nur Nordkorea, dieser letzte Stabilitätsanker in einer umbrechenden Welt, will bleiben, wie es ist. Zum Rest des Beitrags »
ShareDumpfes Gefühl
von Georg Fülberth in Gesellschaft am 1. Januar 2012
Beginnen wir mir einem Zitat: “Das Auseinandertriften in eine Klassengesellschaft mit verarmender Mehrheit und sich absondernder reicher Oberschicht, der Schuldenberg, dessen Gipfel mittlerweile von einer Wolke aus Nullen verhüllt ist, die Unfähigkeit und dargestellte Ohnmacht freigewählter Parlamentarier gegenüber der geballten Macht der Interessenverbände und nicht zuletzt der Würgegriff der Banken machen aus meiner Sicht die Notwendigkeit vordringlich, etwas bislang Unaussprechliches zu tun, nämlich die Systemfrage zu stellen.”
Viele derer, die diesen Satz lesen, werden ihm zustimmen. Er drückt eine weit verbreitete Stimmung aus. Allenfalls die Redewendung, hier werde etwas „bislang Unaussprechliches“ gesagt, mag irritieren. Ähnlich hat schon einmal ein anderer Redner auf sich aufmerksam gemacht: „Zitternd vor Kühnheit“ trug Martin Walser 1998 in der Frankfurter Paulskirche einige Ansichten des – wie man es früher nannte – gesunden Volksempfindens vor.
Das eingangs gebrachte Zitat stammt allerdings nicht von ihm, sondern von einem seiner Kollegen: Günter Grass in einer Ansprache vor der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche im Juli 2011. Dort bot er sogar noch stärkeren Tobak an: eine ausgedehnte Verurteilung des Kapitalismus. Auch sie ist zur Zeit beliebt. Zum Rest des Beitrags »
ShareThomas Knauf: Erinnerung unter Vorbehalt
von Thomas Knauf in Gesellschaft am 31. Dezember 2011
Originalton Walter Ulbricht auf dem 11. Plenum des ZK der SED 1965
Der folgende Text ist ein Kapitel aus dem noch unveröffentlichten Buch „Erinnerung unter Vorbehalt“ von Thomas Knauf
Das gelbe Unterseeboot
„She said: I know, what it’s like to be sad. He said: I know, what it’s like to be dead. Cause I feel like I never been born.“ (The Beatles)
In meinem Kopf beginnt kein FDJ-Lied zu spielen, sondern ein Beatles-Song, sobald ich an meine staatlich verpfuschte Jugend denke. In der Schule sangen wir zu Unterrichtsbeginn das Arbeiterkampflied ‚Brüder zur Sonne zur Freiheit’, nach Schulschluß ‚Good day sunshine’ der vier proletarischen Jungs aus Liverpool, die sich die Beatles nannten. Auf der Straße laut und falsch Englisch zu singen, schien uns viel provokanter als der brüderliche Ruf nach Freiheit, der für die SED-Genossen ebenso problematisch war wie der Refrain der Nationalhymne ‚Deutschland, einig Vaterland’. Seit dem Kindergarten mit politischen Parolen, Hassgefühl und Denkverbot gefüttert, betrachteten wir bei Eintritt in die Erwachsenenwelt durch die feierliche Übergabe des Personalausweises im Alter von vierzehn, die turbulente Weltpolitik der 60er Jahre aus der Kindergartenperspektive. So verstanden wir nicht, weshalb die DDR-Oberen mit der Beatmusik ein echtes Problem hatten. Die musizierenden Arbeiterkinder aus Liverpool und dem Londoner Osten verstanden ihre harten Bluesrhythmen und sozialkritischen Texte als Protest gegen das kapitalistische System, zugleich benutzte der Westrundfunk diese Musik als Waffe gegen die von alten Männern erfundene sozialistische Jugendkultur. Sie gerieten in Panik, weil sie kein Englisch sprachen, nur Rennsteig-Lieder und Messeschlager kannten, und alles Westliche als vom CIA gesteuert verteufelten. Das führte zu unfreiwillig komischen Büttenreden des Vorsitzenden Walter Ulbricht, der meinte „Wir brauchen keine Beutles. Wir haben selbst gute Musik.“ Wer Elvis Presley als ‚Eiweiß Pressluft’ und Eric Clapton als ‚Erich Klappstuhl’ betitelte, ist nicht überliefert, kursierte aber als Witz von Zingst bis Zwickau. Zum Rest des Beitrags »
ShareWer regiert, verliert
von Georg Fülberth in Gesellschaft am 29. Dezember 2011
Das Demokratische an der Bundesrepublik ist, dass da andauernd gewählt wird, wenn nicht zum Bundestag, dann doch zu den Landtagen und in den Kommunen oder zum Europa-Parlament. Von einem ständigen Plebiszit ist die Rede. Nimmt man das ernst, dann könnte nach jeder Wahl in Ländern, Gemeinden oder für Straßburg auch gleich die Bundesregierung umgebildet werden, damit dem Volkswillen jeweils just in time Genüge geschieht. Aber das wäre auch schon wieder von gestern: noch aktueller sind die Umfragen. Das Volk äußert sich, folgt man diesen, fast täglich. Zum Rest des Beitrags »
ShareGottesteilchen auf der Spur – Higgs Boson
von Ralf Bönt in Gesellschaft am 28. Dezember 2011
Über Wehmut beim Higgs-Boson, die Verklärung des Unwissens, Wissenschaft und Fiktion
Unter den Physikern und ihren Geldgebern wurde diese Woche vorsichtig gefeiert, und das mit gutem Recht: Man glaubt das nach dem schottischen Physiker Peter Higgs benannte Boson am europäischen Kernforschungszentrum in Genf gefunden zu haben. In der seit Jahrzehnten letzten Theorie von der Natur, dem sogenannten Standardmodell, ist dieses Elementarteilchen das letzte, das noch nicht nachgewiesen wurde. Man kannte sein Gewicht nicht.
Es ist unwahrscheinlich, dass sich die deutlichen Anzeichen für eine Resonanz, die man bei dem 125- bis 130-fachen der Protonenmasse gefunden hat und als Higgs interpretiert, doch noch als systematischer Messfehler oder extrem zufällige Häufungen seltener Reaktionen herausstellen. So dürfen wir annehmen, einem historischen Moment beizuwohnen: Das Standardmodell ist endgültig und komplett als realisierte Natur bestätigt. Die Beschreibung der elektroschwachen und starken Kernkräfte, sowie der Satz an postulierten Teilchen ist mit dem Higgs abgeschlossen. Zum Rest des Beitrags »
ShareJohannes Heesters († 24.12.2011)
von Henryk Goldberg in Gesellschaft, Leben am 25. Dezember 2011
Zum Tod von Johannes Heesters, der mit 108 Jahren starb
Der Mantel der Geschichte ist eine Tracht, die zu tragen nur wenigen Menschen vergönnt ist, die Glücklicheren werden einmal gestreift davon. Und höchst sonderbar scheint, wenn diese Tracht so ausschaut, wie der Umhang des Operetten-Grafen Danilo.
Johannes Heesters wird am 5.Dezember 1903 geboren, einige Wochen, ehe Tschechows “Kirschgarten” in Moskau uraufgeführt wird. Und beinahe 100 Jahre später wird er eine Rolle in diesem Stück spielen. Wer geboren wurde, als Heesters erstmals den Grafen Danilo sang, der ist heute jenseits der 70. Franz Lehar hielt ihn für den besten Danilo aller Zeiten und Adolf Hitler auch. Und wenigstens juristisch ungeklärt ist die Frage, ob er gelegentlich einer verordneten Besichtigung des KZ Dachau dort auch vor den Wachmannschaften gesungen hat. Das entscheidende Urteil darüber hat kein Gericht gesprochen: Es war das Publikum. Und in der Tat, gesungen oder nicht, Heesters hat, anders als Leni Riefenstahl, öffentlich seine Scham bekannt und er hat, anders als diese, Hitler nicht durch eine exzellente Kunstsausübung vergöttlicht.
Johannes Heesters auf der Bühne, das war, wer es erlebte in den letzten Jahren, ein merkwürdiges Erlebnis. Der alte Mann läuft wie auf Glas, ohne Schuhe. Vorsichtig tastend lehnt er sich an den Flügel, zu den sie ihn führen, legt die Hände auf das Instrument. Das ist sein Quell und das ist sein Ort. Hier benötigt er niemanden, der ihn stützt. Hier hat er, wenn sie ihn die ersten Zeilen einsagen, den Text und den Ton. Zum Rest des Beitrags »
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